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Studie Anteil der Muslime in Deutschland steigt auch ohne Migration

Auch wenn keine Flüchtlinge mehr nach Deutschland kommen, dürfte der Anteil der Muslime in Deutschland laut einer aktuellen Studie zunehmen. Abgesehen von der Migration gäbe es zwei Gründe für den zu erwartenden Anstieg.

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Laut einer neuen Studie dürfte der Anteil der Muslime in Deutschland bis zum Jahr 2050 auf elf Prozent ansteigen. Quelle: AP

Washington/Berlin Sollte sich die Migration nach Deutschland in einem mittleren Tempo fortsetzen, dürfte der Anteil der Muslime von derzeit rund sechs Prozent bis zum Jahr 2050 auf elf Prozent ansteigen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Pew-Forschungsinstituts hervor.

Die Forscher hatten für diese Projektion angenommen, dass keine Flüchtlinge mehr nach Deutschland kommen, die „normale“ Zuwanderung von Studenten, Arbeitsmigranten und Familienangehörigen aber in etwa so voranschreitet wie in den zurückliegenden Jahrzehnten.

Abgesehen von der Migration gibt es demnach zwei Gründe für den zu erwartenden Anstieg des Anteils der Muslime. Erstens: Ihr Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren. Nicht-Muslime sind im Schnitt 47 Jahre alt. Zweitens: Die Geburtenrate der Muslime ist höher. Allerdings ist der Unterschied zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Frauen in Deutschland weniger groß ist als in anderen europäischen Staaten.

Das Institut schätzt, dass die Geburtenrate muslimischer Frauen in Deutschland zwischen 2015 und 2020 bei 1,9 Kindern liegt, während nicht-muslimische Frauen 1,4 Kinder bekommen. In Großbritannien, wo viele Muslime aus Südostasien eine Heimat gefunden haben, geben die Forscher für Musliminnen einen Wert von 2,9 Kindern an, für Nicht-Musliminnen wären es 1,8 Kinder.

Würde man eine Null-Migration annehmen, läge der Anteil der Muslime in Deutschland nach Berechnungen des US-Forschungsinstituts im Jahr 2050 bei knapp neun Prozent. Sollte die Zuwanderung auf dem Niveau der Jahre 2014 bis 2016 bleiben, wären es 20 Prozent.

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