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Studie der Vodafone-Stiftung Wissenschaftler fordern ein Integrationsministerium

Mit einem neuen Ministerium könnte die Integration von Einwanderern effektiver werden, behaupten Verwaltungswissenschaftler. Sie sehen das Bundesumweltministerium als Vorbild.

Mit einem neuen Ministerium könnte die Integration von Einwanderern effektiver werden. Quelle: dpa

Dass die deutsche Verwaltung mit dem Management der Hunderttausendfachen Zuwanderung in den Monaten der sogenannten Flüchtlingskrise überfordert war, ist offensichtlich. Nun schlagen Verwaltungswissenschaftler der Universität Kiel vor, wie dies künftig durch die Einrichtung eines Integrationsministeriums behoben werden könnte. In einer von der Vodafone-Stiftung finanzierten Studie stellen die Wissenschaftler um Christoph Brüning „Chancen und Voraussetzungen“ zusammen.

Die Chronologie der Flüchtlingskrise

Die Autoren der Studie nehmen zunächst die Perspektive der Migranten ein und decken dabei entscheidende Probleme auf: ein komplexes System aus Zuständigkeiten, zahllose Ansprechpartner und teils mangelnde Kommunikation zwischen den Behörden. Sie schlagen vor, dies durch Bündelung zu bessern. „Deshalb könnte es sich empfehlen, ein Bundesintegrationsministerium zu errichten, ohne jedoch die bisherige Verteilung der Verwaltungskompetenzen zu verändern“, so Brüning. Ein solches Haus hätte seiner Ansicht nach vor allem die Aufgabe, Staat und Gesellschaft für die Bedeutung von Migration und Integration zu sensibilisieren und entsprechende Gesetzesinitiativen und Investitionsprogramme zu fördern. Auch wenn betreffende Verwaltungskompetenzen in anderen Ressorts verblieben.

Hauptargument der Studie ist der Verweis auf das positive Beispiel des Bundesumweltministeriums seit den 1980er Jahren. Wie die Integration müsse auch der Umweltschutz in den unterschiedlichsten Lebensbereichen bewältigt werden, beispielsweise in der Landwirtschaft oder im Verkehr. Für diese liegen jedoch die Gesetzgebungs- und Verwaltungskompetenzen ebenfalls in anderen Ministerien. Dennoch hat das Umweltministerium erfolgreich gewirkt seit es 1986 gegründet wurde.

Dies erfolgte damals als Reaktion auf ein unerwartetes Ereignis, nämlich den Reaktorunfall von Tschernobyl, und bewirkte die Verankerung eines nachhaltigen Umweltbewusstseins in der Gesellschaft. „Heute gilt Deutschland als Weltmeister im Umweltschutz und genau diese Dynamik brauchen wir auch beim Thema Integration“, sagt der Geschäftsführer der Vodafone Stiftung, Mark Speich.

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