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Studie Deutscher Arbeitsmarkt wenig flexibel

Exklusiv

Der deutsche Arbeitsmarkt ist im internationalen Vergleich trotz der Hartz-Reformen wenig flexibel.

Der Arbeitsmarkt von Deutschland ist eher unflexibel Quelle: dpa

Nach einer aktuellen Studie des US-Personaldienstleisters ManpowerGroup, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, rangiert Deutschland mit einem Indexwert von 1,87 in Europa nur im unteren Drittel. Schlechter sind die Bedingungen für flexible Arbeitsmodelle nur in Griechenland (1,85), Italien (1,75), Frankreich (1,72) und Luxemburg (1,70).
Deutlich flexibler sind die Arbeitsmärkte dagegen in Asien und in den USA. Der Studie zufolge können Zeitarbeit, Projektarbeit und Teilzeitmodelle am leichtesten in Hongkong (2,75) genutzt werden, gefolgt von den USA (2,71), China (2,70), Neuseeland (2,69) und Singapur (2,68).

Positiv wirken sich für Deutschland die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte sowie die hohe Produktivität aus. Dagegen ziehen die schärfer werdende Regulierung sowie die hohen Kosten Deutschland nach unten. So müssen Arbeitgeber in Hongkong im Schnitt weniger als die Hälfte des deutschen Lohns und weniger als ein Viertel der deutschen Steuern zahlen, hat die ManpowerGroup errechnet. Zudem gibt es in Hongkong keine zeitlichen Beschränkungen für den Einsatz von Zeitarbeitern, die Kosten für Abfindungen erreichen nur ein Viertel der deutschen Werte.

Wo Fachkräfte fehlen

Die mangelnde Flexibilität könnte Deutschland wegen der ungünstigen Demografie bald schwer zu schaffen machen, so die Studie. „Wegen fehlender Fachkräfte sind Unternehmen zunehmend darauf angewiesen, flexible Arbeitsmodelle zu nutzen“, sagt Herwarth Brune, Chef der deutschen Manpower Group. Deutschland müsse aufpassen, den Anschluss zu halten.

Manpower hat auf Basis von Daten der nationalen Arbeitsministerien, der Internationalen Arbeitsorganisation und der Weltbank die Flexibilität der Arbeitsmärkte für atypische Beschäftigungsverhältnisse in 75 Ländern untersucht. Dazu bewerteten sie neben der Verfügbarkeit von Arbeitskräften die Kosteneffizienz, die Regulierung sowie die Produktivität.

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