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Studie Schöne Welt mit dem Mindestlohn

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Tatsächlich scheiden sich die Geister bei der Frage, ob ein Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet oder nicht. Dazu gibt es so viele Antworten wie Studien und niemand wird eine exakte Zahl prognostizieren können. Die Gewerkschaften glauben, dass die Arbeitsplatzverluste allenfalls gering seien. Ökonomen wie Wolfgang Franz, der Chef der fünf Wirtschaftsweisen, rechnet mit hunderttausenden Menschen, die durch Lohnuntergrenzen ihren Job verlieren könnten. Allerdings ist diese Frage höchst entscheidend - vor allem für den fiskalischen Effekt von Mindestlöhnen.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit belasten 100.000 Erwerbslose mehr den Haushalt mit etwa 1,5 Milliarden Euro. Nur ein Rechenbeispiel: Fünf Millionen Menschen verdienen derzeit weniger als 8,50 Euro in der Stunde. 1,2 Millionen von ihnen bekommen sogar weniger als fünf Euro in der Stunde. Mal angenommen, dass nur die Hälfte von ihnen (also 600.000) nach einer Mindestlohn-Einführung den Job verlöre, dann könnte das die Haushalte folglich um neun Milliarden Euro belasten. Und damit wären die sieben Milliarden Euro an Mehreinnahmen schnell wieder aufgezehrt.

Natürlich ist diese Annahme willkürlich gegriffen. Aber eine Studie, die solche Arbeitsmarkteffekte ausblendet, springt eindeutig zu kurz.

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