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Tabaksteuer Staat droht 2013 Minus von 500 Millionen Euro

Exklusiv

Nach der jüngsten Erhöhung der Tabaksteuer zum 1. Januar 2013 verzeichnet der Staat einen kräftigen Einnahmeverlust.

Die Tabakriesen und ihre Marken
380 Aussteller aus 45 Ländern treffen sich in Dortmund zur diesjährigen Inter-tabac. Viel zu Lachen gab es in der Branche zuletzt nicht. Die Deutschen rauchen immer weniger. Eine Folge der gestiegenen Preise und der harten Nichtrauchergesetze. Preistreiber ist unter anderem die Tabaksteuer. Seit Mai 2011 ist sie um 11,1 Prozent gestiegen. Besonders hart griff der Fiskus bei Feinschnitt-Tabak mit einem Plus von 16,3 Prozent zu. Weitere jährliche Erhöhungen bis 2016 sind bereits beschlossen. Großkonzernen wie Philip Morris konnte das bisher wenig anhaben. Zu dem Unternehmen gehört unter anderem die Marke... Quelle: dapd
Philip Morris Konzern Quelle: dapd
Reemtsma-Konzern Quelle: REUTERS
L&M gehört zu Philipp Morris Quelle: dpa
Pall Mall Quelle: dpa/dpaweb
West Quelle: AP
British American Tabacco Quelle: obs

Das Aufkommen aus der Verbrauchsteuer sank in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent. Setzt sich die Entwicklung fort, droht im Gesamtjahr ein Minus von rund 500 Millionen Euro, berichtet die WirtschaftsWoche. Kalkuliert hatten Schäubles Experten für das Gesamtjahr 2013 nur mit einem Rückgang um 1,4 Prozent auf 13,95 Milliarden Euro.

Hohe Margen mit Fälschungen und Schmuggelware
Wodkaflaschen und Ginflaschen Quelle: REUTERS
Ein Mann steckt sich eine Zigarette an Quelle: dpa
Kaffeebohnen Quelle: dpa
Diesel18.000 Euro pro Tankfüllung eines 38-Tonners spart, wer Diesel als „technisches Öl“ importiert. Die Energiesteuer beträgt 48,6 Cent pro Liter. Auch Heizöl (6,1 Cent Steuer) kommt entfärbt als Diesel in den Tank. Quelle: dpa
Schuhplagiate Quelle: dpa
Kassenbon Quelle: dpa
Gefälschte und echte Viagra-Pillen Quelle: AP

Die grüne Bundestagsabgeordnete Lisa Paus begrüßt den Rückgang und fordert, Zigaretten noch stärker zu besteuern: „Stärkere Steuererhöhungen ließen früher den Konsum noch weiter sinken, das wäre für gesunde Lungen in Deutschland wichtiger als Steuerausfälle für die Haushälter.“

Ob Raucher wegen hoher Steuern tatsächlich ihren Konsum verringern – oder sich einfach häufiger über den Schwarzmarkt versorgen, ist jedoch fraglich. Entsprechende Ausweichreaktionen räumt Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk ein. Auf Anfrage von Paus erklärte der CSU-Politiker, die Höhe der Tabaksteuer wirke sich „grundsätzlich auf den Preis einer Zigarette aus und könnte damit auch Einfluss auf den illegalen Markt haben“. Tatsächlich sind die Anreize für Schmuggelware groß. Schon Raucher, die nur eine Packung am Tag verbrauchen, können auf diese Weise 1369 Euro Steuern im Jahr sparen. Beim Zoll entfallen die meisten Ermittlungsverfahren gegen Steuersünder auf Zigarettendelikte.

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