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Tarek Al-Wazir "Heute sparen die Jungen aufs iPhone, nicht mehr aufs Auto"

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir spricht im Interview auf dem Grünen-Bundesparteitag in Hamburg über die Wirtschaftspolitik seiner Partei.

Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) ist seit 2014 Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung in Hessen. Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Klare Kante gegen die Industrie oder Unternehmer als Partner - beides hört man auf diesem Parteitag. Wie wirtschaftsnah sind nun die Grünen?

Tarek Al-Wazir: Wirtschaftsnah sind wir schon länger - in bestimmten Bereichen. Wir haben ein Interesse an erneuerbaren Energien und auch ein Windrad ist ein Industrieprodukt. Aber wir müssen klarer machen, wofür wir die Industrie überall brauchen. Energieeffizienz und Ressourceneinsparung geht nur mit Dämmstoffen, mit chemischen Substanzen und intelligenten Produkten. Hier können wir die Industrie zur Verbündeten machen, wir brauchen die und die brauchen uns. Allerdings finden wir nicht jede wirtschaftliche Aktivität gut, die Kritik an der Wegwerf-Kultur bleibt richtig.


Das klingt harmonisch - dennoch wollen Sie mit Gesetzen andere Regeln fürs Wirtschaften setzen. Woran fehlt es der Industrie aus Ihrer Sicht?

Rohstoffe sind knapp und teuer geworden, deshalb hat die Industrie das Thema Effizienz entdeckt. Manche in der Industrie haben unsere Politik anfangs bekämpft, haben aber erkannt, dass sie jetzt Vorteile haben. Die haben jetzt Exportschlager etwa für den chinesischen Markt, um das Wasser und die Luft besser sauber zu halten. Wer schnell mit einem umweltfreundlichen Produkt kommt, den belohnt der Markt. In der Wirtschaft haben viele unseren Satz längst verstanden, dass man mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben kann.

So ohne Konflikte sehen die meisten Grünen das Verhältnis aber nicht...

...wenn Monsanto versucht, seine gentechnisch veränderten Saaten an den Kunden zu bringen, gibt es natürlich Konflikte. Das gilt auch, wenn Vattenfall oder RWE Braunkohlekraftwerke schmackhaft machen wollen. Da stehen wir auf entgegengesetzten Seiten. Insgesamt ist es aber klug, mehr marktwirtschaftliche Instrumente zu nutzen, lieber Anreize statt Verbote zu setzen. Es muss aber immer wertgebunden sein - sozial und ökologisch.

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