Tarifrunde Beamtenbund fordert mehr Geld und 39-Stunden-Woche

Exklusiv
Ulrich Silberbach, DBB-Vorsitzende, will sich in den neuen Tarifrunden nicht mehr zurückhalten. Quelle: dpa

Dem öffentlichen Dienst steht eine konfliktreiche Tarifrunde bevor: Für Bescheidenheit sehen die Arbeitnehmervertreter keinen Anlass. Der Vorsitz kündigte Forderungen nach einem "klaren Gehaltsplus" an.

Nach der Metallindustrie steht nun auch dem öffentlichen Dienst eine konfliktreiche Tarifrunde bevor. Am 8. Februar wollen die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) ihre Forderungen in den anstehenden Verhandlungen mit Bund und Kommunen bekannt geben – und für Bescheidenheit sehen die Arbeitnehmervertreter keinen Anlass.

„Wir haben uns in den vergangenen Tarifrunden ziemlich zurückgehalten. Das wird diesmal nicht der Fall sein. Wir verlangen ein klares – und reales – Gehaltsplus“, kündigte der DBB-Vorsitzende Ulrich Silberbach im Interview mit der WirtschaftsWoche an. Der DBB vertritt neben 900.000 Beamten auch knapp 400.000 Tarifbeschäftigte. Bei der vergangenen Tarifrunde 2016 hatte es ein Gehaltsplus von knapp fünf Prozent auf zwei Jahre gegeben.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der für den Bund die Verhandlungen führt, muss sich zudem auf eine zweite Front einstellen. Traditionell verhandeln DBB und Innenminister nach jeder Tarifrunde, inwieweit die beschlossene Lohnerhöhung auf die Beamtenschaft übertragen wird.

Diesmal aber will die Gewerkschaft mehr: „Wir fordern, dass die Wochenarbeitszeit der Beamten so schnell wie möglich auf 39 Stunden abgesenkt wird, also auf das Niveau der Tarifbeschäftigten. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit“, sagte Silberbach der WirtschaftsWoche. Sein Verband werde daher bei den Gesprächen mit de Maizière „das Thema Arbeitszeitverkürzung auf die Agenda setzen“.

Derzeit beträgt die Regelarbeitszeit für Beamte 41 Stunden. Einen Deal, bei dem bei einer Arbeitszeitverkürzung im Gegenzug nur ein Teil der Tariferhöhung auf den Beamtensold übertragen wird, lehnt der DBB-Vorsitzende ab.

Die Tarifverhandlungen beginnen am 26. Februar.

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