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Tarifrunde „Note ungenügend“ – Verdi kritisiert Länder vor der nächsten Tarifrunde scharf

Trotz monatelangen Verhandlungen liegen Gewerkschaften und Länder im Tarifstreit weit auseinander. Verdi kritisiert die starre Haltung der Länder.

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Die Gewerkschaft Verdi fordert für rund eine Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst eine Lohnerhöhung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro. Quelle: dpa

Bremen Die Gewerkschaft Verdi hat den Bundesländern einen Tag vor der nächsten Tarifrunde im öffentlichen Dienst eine völlig unzureichende Haltung in den Verhandlungen vorgeworfen. „Was bis jetzt von der Arbeitgeberseite gekommen ist, verdient die Note ungenügend“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Mittwoch bei einer Kundgebung in Bremen vor Tausenden Teilnehmern.

Die Länder erwirtschafteten seit 2015 hohe Überschüsse. 2017 seien es 10,5 und im vergangenen Jahr 15,7 Milliarden Euro gewesen. „Die Finanzlage der Länder ist so gut wie noch nie“, sagte Bsirske. „Wann, wenn nicht jetzt“ sei die Zeit, den öffentlichen Dienst attraktiver zu machen.

Die Warnstreiks seien ein klares Signal, dass sich die Beschäftigen einmischten. „Gute Arbeit, gute Leute, gutes Geld. Das gehört alles zusammen“, sagte Bsirske, der vor allem soziale Berufe wie Krankenpfleger oder Erzieher als leistungsmäßig unterbewertet und unterbezahlt sieht.

Die Positionen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern lägen auch nach monatelangen Verhandlungen weit auseinander. An einem Protestzug durch die Bremer Innenstadt und der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz nahmen nach übereinstimmenden Angaben von Gewerkschaft und Polizei rund 7.000 Menschen teil.

An diesem Donnerstag gehen die Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam in die dritte und womöglich entscheidende Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaften fordern für die rund eine Million Tarifbeschäftigten der Länder außer Hessen unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Der Abschluss solle zudem auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden.

Mehr: Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach rechnet mit einer baldigen Einigung im Tarifstreit, wirft der Gegenseite aber Trickserei vor.

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