Tarifstreit Die Warnstreikwelle rollt

Im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die Gewerkschaft eine massive Warnstreikwelle gestartet. In mehreren Bundesländern legten Metallarbeiter die Arbeit nieder.

Der Tarifkalender 2012
Ein Postbote fährt mit seinem Fahrrad die Post aus. Quelle: dpa
Eine Kundenberaterin der Sparkasse berät eine Frau über Geldanlagen Quelle: dpa
Ein Hausarzt nimmt in seiner Praxis einem Patienten Blut ab. Quelle: dpa
Eine Auswahl von Mobilfunk-Telefonen iin einem "T-Punkt" Quelle: AP
Ein Polizeibeamter vor der neuen Präsenzwache Marstall in Hannover Quelle: dpa
Ein Busfahrer vor stehenden Bussen Quelle: REUTERS
Eine Erzieherin mit vier Kindern in einer Kindertagesstätte Quelle: dpa

Beispielsweise im Düsseldorfer Daimler-Werk traten rund 800 Mitarbeiter in den Warnstreik. Auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sind Tausende Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen. Die IG Metall will mit den Ausständen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn Nachdruck verleihen. Der neue Tarifvertrag soll nach den Vorstellungen der IG Metall zwölf Monate laufen. Die Arbeitgeber bieten drei Prozent auf 14 Monate, was aufs Jahr gerechnet einer Tariferhöhung von 2,6 Prozent entspricht. IG-Metall-Chef Berthold Huber nannte dies eine „Provokation“, über die es sich nicht lohne zu reden.

Nach dem Ende der Friedenspflicht im Tarifstreit hatte die IG Metall in der Nacht zum Sonntag zunächst nur mit Warnstreiks in einzelnen Betrieben begonnen. In der zweiten Wochenhälfte verschärft die Gewerkschaft nun die Gangart. Am Dienstag, dem Tag der Arbeit, hatte IG-Metall Huber den Arbeitgebern eine Frist für eine Einigung bis Ende Mai gesetzt. Ansonsten könnte es eine Urabstimmung und Streiks geben. Allerdings sei das „die Ultima ratio“, erklärte Huber.

Die IG Metall in Zahlen

Die Arbeitgeber lassen sich jedoch durch die Streik-Drohungen der Gewerkschaften nicht unter Druck setzen. „Es kann durchaus zu einer weiteren Zuspitzung kommen. Das wäre bedauerlich, dann aber nicht zu ändern“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegießer, der „Bild“-Zeitung. Man müsse jetzt sehen, ob sich jede Seite „noch ein Stückchen bewegen“ könne. Stimme das Lohnplus aber nicht mit den wirtschaftlichen Möglichkeiten überein, lege man den Keim für die nächste Krise. Die Betriebe seien gerade aus dem Loch heraus. Da dürfe man nicht überziehen. „Wir können ja nicht so tun, als seien wir auf der Insel der Glückseligen. Um uns herum in Europa ist ja Elend.“

In Arbeit
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Die nächsten Tarifverhandlungen stehen in der zweiten Mai-Woche an. Die IG Metall verlangt neben mehr Lohn für die bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie auch die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten sowie mehr Mitsprache bei Leiharbeit.

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