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Tarifverdienste Verdienste von Millionen Tarifbeschäftigten steigen so langsam wie noch nie

Die Tarifverdienste haben im dritten Quartal zum Vorjahr im Schnitt leicht zugelegt. Die hohe Inflation können sie bei weitem nicht ausgleichen.

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Die Lohnerhöhungen liegen auch im dritten Quartal deutlich unter der Inflation. Quelle: dpa

Die Verdienste der Millionen Tarifbeschäftigten in Deutschland sind im dritten Quartal so langsam wie noch nie gestiegen und können die hohe Inflation bei weitem nicht ausgleichen. Sie legten von Juli bis September um durchschnittlich 0,9 Prozent zum Vorjahresquartal zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Dies ist der geringste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2010“, erklärten die Statistiker dazu.

Da die Verbraucherpreise in den Sommermonaten gleichzeitig um 3,9 Prozent zulegten, schrumpfte die Kaufkraft der Beschäftigten. Berücksichtigt sind tarifliche Grundvergütungen und durch Tarifabschlüsse festgelegte Sonderzahlungen wie Einmal-, Jahressonder- oder tarifliche Nachzahlungen.

Notenbanker, Ökonomen und Finanzmärkte schauen derzeit mit Argusaugen auf die Entwicklung der Löhne. Sie suchen nach Hinweisen darauf, ob eine Spirale aus stark steigenden Verbraucherpreisen und Löhnen in Gang kommt, bei der sich die aktuell hohe Inflation verfestigen könnte.

Im November hatten sich Waren und Dienstleistungen in Deutschland um 5,2 Prozent zum Vorjahresmonat verteuert. Das ist die höchste Teuerungsrate seit fast 30 Jahren, die vor allem auf höhere Energiepreise, Corona-bedingte Lieferengpässe und Sondereffekte wie die Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung zurückgeht.

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    Durch einen Sondereffekt sind die Tarifverdienste im Verarbeitenden Gewerbe im dritten Quartal sogar um 0,9 Prozent gefallen: In der Metall- und Elektroindustrie wurde ein Jahr zuvor eine Pauschalzahlung geleistet, die diesmal erst für das laufende vierte Quartal vorgesehen ist. Ohne diesen Effekt wären die Tarifverdienste im Verarbeitenden Gewerbe um 0,6 Prozent gewachsen.

    Verdienste bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wachsen überdurchschnittlich

    Unterdurchschnittliche Tarifsteigerungen gab es zudem im Bereich „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ mit 0,5 Prozent. Auch im Bereich „Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ gab es ein mageres Plus von 0,8 Prozent.

    Überdurchschnittlich wuchsen die Tarifverdienste bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 2,9 Prozent. „Hier machte sich neben regulären Tariferhöhungen vor allem die Angleichung der Entgelte im Osten an die des Westens im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung bemerkbar“, hieß es. Auch im Baugewerbe (+2,1 Prozent) und in der Energieversorgung (+2,0 Prozent) gab es spürbare Zuwächse.

    Mehr: Corona-Ängste und Materialknappheit bremsen den Personalbedarf noch nicht

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