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Tarifverhandlungen Arbeitgeber wollen Tarifabschluss

Im öffentlichen Dienst signalisieren Arbeitgeber wie Gewerkschaften Einigungswillen. Doch die Kernprobleme des Tarifstreits sind noch nicht gelöst. Zu unterschiedlich sind die Vorstellungen.

Die längsten Streiks Deutschlands
GDL gegen die Deutsche BahnSechs Tage streikten die Lokführer der Bahn, um ihre Forderungen durchzusetzen. Nur ein Drittel der Züge im Personenverkehr fuhr. Der Güterverkehr wurde noch einen Tag länger bestreikt. Es handelte sich um den längsten Streik in der Geschichte der Bahn - was aber bei einem ehemaligen Staatsbetrieb nicht weiter erstaunlich ist. In anderen Wirtschaftszweigen und Unternehmen haben Tarifkonflikte zu weit längeren Arbeitsniederlegungen geführt. Nachfolgend die zehn längsten Streiks in der Geschichte der Bundesrepublik. Quelle: dpa
Eine Anästhesistin überwacht während einer Operation den Patienten. Quelle: dpa
Einsatzkräfte der Polizei Quelle: dpa
An Naben für Windkraftanlagen arbeiten Monteure Quelle: dpa
In der Druckerei des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie kontrolliert ein Angestellter an einer Zwei-Farben-Bogen-Offsetdruckmaschine die gerade gedruckte Karte des Seehafens Rostock. Quelle: dpa
Mitarbeiter der Firma SH Natursteine GmbH befestigt ein Seil an einem Block Granitporphyr Quelle: ZB
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe geht an mehreren Omnibussen entlang. Quelle: dpa

Begleitet von Gewerkschaftsprotesten sind am Montag in Potsdam die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst fortgesetzt worden. Zu Beginn der zunächst für zwei Tage anberaumten dritten Gesprächsrunde zeigten sich beide Seiten zuversichtlich, zu einem Tarifabschluss zu kommen. Es gebe bei allen Einigungswillen, unterstrichen Arbeitgeber wie Gewerkschaften. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte: „Wir verhandeln über ein Gesamtpaket, um eine Schlichtung und einen großen Streik zu vermeiden.“

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der dbb-Beamtenbund fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung aller Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und 3,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben in den ersten beiden Verhandlungsrunden kein konkretes Angebot vorgelegt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte: „Die Zeit der Angebote ist jetzt vorbei. Wir verhandeln über einen Abschluss.“ Der Chef der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, bestätigte wie de Maizière, dass nicht nur über eine lineare Lohnerhöhung, sondern auch über eine „soziale Komponente“ gesprochen werde. De Maizière sagte, dies sei aber nach wie vor ein „hochproblematischer Punkt“. Zu Details wollten sich beide Arbeitgeber-Vertreter nicht äußern.

In Arbeit
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Zu Spekulationen über eine von den Arbeitgebern angebotene Einmalzahlung sagte Bsirske: „Das kommt nicht in Frage. Das ist nicht tabellenwirksam.“ Über 200.000 Beschäftigte hätten mit den Warnstreiks der vergangenen Woche ein „starkes Signal“ an die Arbeitgeber gesandt, nun zu einem guten Abschluss zu kommen. Bsirske sagte weiter, während der Tarifauseinandersetzungen im März habe Verdi über 15.000 neue Mitglieder aufnehmen können.

Der Verhandlungsführer des dbb-Beamtenbundes, Willi Russ, forderte, bei den Verhandlungen jetzt „den Sack zuzumachen“. Die positive Entwicklung der staatlichen Haushalte schaffe Raum „für deutliche Einkommenszuwächse im öffentlichen Dienst“. Russ: „Ja, die Arbeitnehmer wollen ihr Stück vom Kuchen - nicht mehr und nicht weniger.“ Der öffentliche Dienst müsse auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig bleiben.

Vor dem Tagungshotel in Potsdam demonstrierten vor allem junge Gewerkschaftsmitglieder. Sie forderten deutliche Verbesserungen für die Auszubildenden sowie eine Übernahmegarantie.

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