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Thomas Böhle "Geld in einen Topf für Leistungsbezahlung"

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Warnstreik: Öffentlicher Quelle: dpa

Die Länder machen aber nicht mit, sondern haben im Gegenteil die Möglichkeit der Leistungsbezahlung auf Druck der Gewerkschaft wieder einkassiert.

Ja, und ich halte das für grundfalsch. Es ist ein Rückschlag auf dem Weg zu einem zukunftsfähigen Entgeltsystem im öffentlichen Dienst. Praktische Folgen gibt es trotzdem nicht: Es hatte sich bisher kein einziges Land erfolgreich bemüht, die leistungsorientierte Bezahlung in die Praxis umzusetzen. Die Kommunen aber gehen diesen Weg weiter.

Ein Argument für höhere Löhne zumindest in Teilbereichen ist nicht von der Hand zu weisen: Viele Kommunen finden kaum noch Fachkräfte, etwa im IT-Bereich, weil die lieber besser bezahlte Jobs in der Privatwirtschaft annehmen.

Diese Einkommensunterschiede gibt es in einzelnen Berufsfeldern immer mal wieder. Die lassen sich aber durch Tarifpolitik nicht durchgängig ausgleichen. Wir müssen mit anderen Faktoren punkten – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexiblen Arbeitszeiten, der Jobsicherheit. Und natürlich mit der anderen Kultur im öffentlichen Dienst, der Gemeinwohlorientierung.

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    Mit Verlaub: Sie werden kaum massenhaft Hochkaräter mit Verweisen auf das Gemeinwohl anlocken können, wenn die ein Drittel weniger verdienen als in einem Privatbetrieb.

    Na, so groß ist der Unterschied auch wieder nicht. Die Differenzen sind regional höchst unterschiedlich. Es gibt im Übrigen aktuelle Umfragen, nach denen sich viele Fach- und Führungskräfte prinzipiell vorstellen können, in den öffentlichen Dienst zu wechseln. Das ist auch ein Ergebnis der Krise.

    Sie selber sind pikanterweise SPD- und Verdi-Mitglied. Ist es nicht ein komisches Gefühl, am Verhandlungstisch knallharte Arbeitgeberpositionen vertreten zu müssen?

    Wieso? Gibt es keine Gewerkschafter und Sozialdemokraten mit ökonomischem Sachverstand? Und meine Verdi-Mitgliedschaft ruht, solange ich VKA-Präsident bin.

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