Ukraine-Krieg Erneut Proteste und Solidaritätskundgebungen wegen Ukraine-Krieg

Am Samstag gehen erneut Zehntausende auf die Straße und verlangen ein Ende der Gewalt. Die Formen des Protests sind vielfältig.

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„Stop War“, „Peace for Ukraine“, steht auf Plakaten von Demonstranten während einer Kundgebung, die unter dem Motto „Kein Krieg in der Ukraine – Frieden für Europa“ auf dem Domplatz stattfand. Quelle: dpa

In vielen deutschen Städten sind am Wochenende wieder Zehntausende Menschen aus Protest gegen den russischen Angriff auf die Ukraine auf die Straße gegangen. Auf Kundgebungen und Demonstrationen zeigten sie ihre Solidarität mit den Menschen in dem schwer umkämpften Land – einige schweigend, andere laut protestierend und wieder andere mit Musik.

Allein in Hamburg kamen bei einer Kundgebung am Samstag laut Polizei bis zu 30.000 Menschen zusammen. An dem anschließenden Zug durch die Innenstadt zum ukrainischen Generalkonsulat beteiligten sich in der Spitze demnach 22.000 Menschen. Viele hatten Ukraine- und EU-Flaggen dabei. Auf Plakaten waren Sprüche wie „Stop Putin stop war“ oder „Frieden schaffen“ zu lesen. Natalia Klitschko, die Frau des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko, bat auf der Rednerbühne um Unterstützung für ihr Land.

Auch in Baden-Württemberg gingen Tausende Menschen in mehreren Städten auf die Straßen - allein in Mannheim trafen sich nach Schätzungen der Polizei rund 9000 Teilnehmer zu einem Schweigemarsch. Unter dem Titel „Musik für den Frieden“ musizierten in Stuttgart renommierte Orchester, Chöre und Sänger unter freiem Himmel gemeinsam gegen Russlands Angriff. Vor dem Opernhaus stimmten die Stuttgarter Philharmoniker, die Staatsoper Stuttgart, das SWR Symphonieorchester und das Stuttgarter Kammerorchester unter anderem die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven an. „In diesem Satz komponierte Beethoven 1824 mit Schillers Worten seine Utopie einer versöhnten Menschheit“, erklärten die Musiker zur Wahl des Stückes.

Mit einer Menschenkette vom ukrainischen zum russischen Konsulat forderten in München laut Polizei rund 2000 Menschen ein Kriegsende. Einige Demo-Teilnehmer verlangten, dass der russische Präsident Wladimir Putin sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten müsse.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) kam am Sonntag zu einer Friedenskundgebung in Mainz. Sie betonte laut einer Sprecherin: „Diese Zeichen der Solidarität sind wichtig. Auch wenn sie den Krieg nicht stoppen können, zeigen sie weltweit, wie isoliert Putin ist.“ Dreyer fuhr fort: „Wir bereiten uns in Rheinland-Pfalz darauf vor, die Menschen, die jetzt vor den Bomben fliehen, gut unterzubringen.“

In Düsseldorf demonstrierten rund 5000 Teilnehmer unter dem Motto „Zusammen gegen die russische Aggression“. Der stellvertretende NRW-Regierungschef Joachim Stamp (FDP) erinnerte bei der Demo auch an „die mutigen Russinnen und Russen, die trotz heftiger Repressionen auf die Straße gehen“. An der Frankfurter Hauptwache versammelten sich nach Angaben der Polizei etwa 4000 Menschen zu einem Protest der Bürgerbewegung Pulse of Europe. Auf Plakaten befürworteten sie unter anderem weitere Waffenlieferungen an die Ukraine.

In Osnabrück setzten zahlreiche Menschen mit Friedensgebeten und einer Demonstration ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine. Auch in vielen anderen Städten kamen etliche Menschen bei Kundgebungen, Friedensdemos und Schweigemärschen zusammen – in Erfurt waren es laut Polizeiangaben zum Beispiel mehr als 3000.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es vielerorts Demos gegen den russischen Angriff auf die Ukraine gegeben. Russland hatte seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen. Seitdem sind weit mehr als eine Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen auf der Flucht, es gibt Verletzte und Todesopfer.

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