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Umfrage-Schub AfD nähert sich der Fünf-Prozent-Hürde

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Biermann: "Merkel ist meine Kanzlerin"

Die Grüne Jugend und die Jungen Piraten machen mit einem AfD-kritschen Flyer gegen die Partei mobil. Der Vorgang beschäftigt inzwischen Anwälte. Die AfD ließ ihrer Kritiker abmahnen und fordert, die Verteilung des Papiers einzustellen.

"Die AfD ist rechts, weil..." zitiert der Berliner „Tagesspiegel“ aus dem Flyer. Darin wird demnach behauptet, die Alternative für Deutschland lehne das Asylrecht ab und einige ihrer Vertreter wollten das Wahlrecht einschränken. Die Anwälte der AfD sprechen von „Tatsachenbehauptungen“, die nicht der Wahrheit entsprächen.  Noch bis zum 6. September haben nun Grüne und Piraten Zeit, der Forderung Folge zu leisten, den Flyer zu stoppen.

Die Piraten lehnen das ab. "Wir werden diese Unterlassungserklärung nicht unterzeichnen", sagte Florian Zumkeller-Quast, Bundesvorsitzender der Jugendorganisation, laut „Tagesspiegel“. "Wir sind der Überzeugung, dass wir jede einzelne unserer Thesen belegen können." Die Grüne Jugend hingegen will mit der AfD das Gespräch suchen, um eine außergerichtliche Einigung zu erzielen.

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SPD und CDU erfreuen sich indessen anderer Unterstützung. Der Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann beispielsweise ist entschlossen, am 22. September die CDU zu wählen. „Die CDU war nie meine Partei, aber Angela Merkel ist meine Kanzlerin“, sagte der 76-Jährige der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Wunderbar plietsch“ sei Merkel schon gewesen, als  sie sich 1982 zum Begräbnis des rebellischen Kommunisten Robert Havemann  an den Volkspolizisten vorbei durch die Wälder hinterm Friedhof geschlichen habe. „Und das passt auch heute zu ihrer Gangart“, so Biermann,  dessen erzwungene Ausbürgerung aus der DDR 1976 massive Proteste auslöste.   

Die SPD sei seinem Herzen allerdings immer näher gewesen als jede andere Partei. Der „tapferen SPD-Tradition“ treu geblieben sei aber nur der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz. „Den wähle ich, falls Angela Merkel mal andere Esel zu kämmen hat. Dann wäre dieser echte Hanseat mein Mann“, so Biermann.  

Der Vorsitzende der Piratenpartei, Bernd Schlömer, outete sich derweil als SPD-Fan. Das liegt wohl auch daran, dass ihm, wie er der „Zeit“ sagte, bei einer Veranstaltung ein SPD-Spitzenpolitiker mitgeteilt habe, dass er an einer Zusammenarbeit mit den Piraten interessiert sei, falls diese in den Bundestag kämen. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Piratenfraktion Rot-Grün unterstützt und Steinbrück als Kanzler wählt, wenn die Inhalte stimmen“, sagte Schlömer. „Bei sozialen Themen haben wir mit der SPD bis zu 80 Prozent Überschneidungen.“ Umfragen sehen die Piraten derzeit allerdings bei nur drei Prozent.  

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