Umfrage von Forsa Die Jugend will den starken Staat

Während das Ansehen von Managern ins Bodenlose sinkt, ist die Wertschätzung des öffentlichen Dienstes in der Bevölkerung gestiegen. In unsicheren Zeiten rufen vor allem Jugendliche nach dem Staat.

Das Ansehen der Staatsdiener ist über die Jahre deutlich gestiegen. Quelle: dpa

BerlinDas Vertrauen in die Kraft des Marktes ist bei der jungen Generation am schwächsten ausgeprägt. So sind 82 Prozent der 14- bis 29-Jährigen der Ansicht, dass man in der globalisierten Gesellschaft einen starken Staat braucht, der die Bürger vor ausufernden Entwicklungen schützen kann. Nur 14 Prozent glauben, dass der Markt schon alles richten wird. Das geht aus einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Beamtenbunds hervor. Über alle Altersgruppen hinweg plädieren 75 Prozent der Befragten für den starken Staat.

„Es ist gut zu wissen, dass hier eine Generation heranwächst, die um die Bedeutung eines funktionierenden Staates und eines zuverlässigen öffentlichen Dienstes weiß“, kommentierte Beamtenbund-Chef Klaus Dauderstädt die Ergebnisse. Für die repräsentative Erhebung hatte Forsa im Juni und Juli rund 1000 Bundesbürger befragt.

Insgesamt genießen die Staatsdiener in der Bevölkerung wieder eine größere Wertschätzung als in früheren Jahren. Glaubten vor zehn Jahren noch 58 Prozent der Bürger, dass der öffentliche Dienst die Steuerzahler zu viel Geld kostet, sagt das aktuell nur noch ein Drittel. Bei den unter 30-Jährigen liegt der Anteil mit 23 Prozent sogar noch deutlich niedriger. Besonders zufrieden sind die Bürger mit der Straßenreinigung und Müllabfuhr. Kindergärten, Polizei, Krankenhäuser und – mit Abstrichen – die Schulen schneiden ebenfalls gut ab. Besonders schlecht weg kommen im Urteil der Bürger die Arbeitsverwaltung und Landesministerien.

Das Image der Beamten hat sich über die Jahre deutlich verbessert. Hatten 2007 nur 27 Prozent der Befragten ein hohes oder sehr hohes Ansehen der verbeamteten Staatsdiener, so sind es heute 38 Prozent. Besonders deutlich in der Wertschätzung gestiegen sind im genannten Zeitraum aber auch Polizisten, Lehrer, Müllmänner und Briefträger. Besonders stark an Sympathie eingebüßt haben Manager, die nur noch bei gut einem Viertel der Bürger hoch im Kurs stehen.

2007 waren es noch 37 Prozent. Forsa-Chef Manfred Güllner macht für den Einbruch auch Verfehlungen der Wirtschaft wie den Dieselskandal verantwortlich. Am höchsten im Kurs bei den Bürgern stehen wie schon seit Jahren Feuerwehrleute, gefolgt von Ärzten, Kranken- und Altenpflegern, Polizisten und Kita-Erzieherinnen.

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