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Urteil zu Fahrverbot Twitter-Nutzer zu Diesel – „Kalte Enteignung“

Nach dem Gerichtsentscheid zum Fahrverbot ist Diesel das Trendthema in sozialen Netzwerken. Das Urteil polarisiert.

Auf Twitter polarisiert das Urteil zu Dieselfahrverboten. Viele Nutzer kritisieren Industrie und Politik. Quelle: Screenshot Twitter

Düsseldorf„Wer gleicht denn jetzt den Wertverlust meines #Diesel aus? Und meinen Umsatzausfall, wenn ich nicht mehr zum Kunden komme? Frage für Millionen Freunde“, schreibt ein Nutzer am Dienstag auf Twitter. Er reagiert auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig: Fahrverbote sind zulässig.

Das Urteil polarisiert. Das zeigt der Blick in die sozialen Netzwerke. Der Hashtag #Diesel ist am Dienstag das Top-Thema in Deutschland. Viele Nutzer machen ihrem Ärger über mögliche Fahrverbote Luft. Sie stellen praktische Fragen und machen sich Sorgen über ihre eigenen Dieselfahrzeuge.

Viele Fahrzeughalter stellen sich auf einen Wertverlust ihrer Autos ein. In schärfer formulierten Tweets werden die Dieselfahrverbote als „staatliche Enteignung“ bezeichnet.

Die meisten Kritiker machen vor allem zwei Gruppen einen Vorwurf: den Autokonzernen und Politikern. Das Urteil sei der „Höhepunkt einer völlig fehlgeleiteten Diesel-Politik der Großen Koalition“ und die Industrie sei in der Pflicht, „dreckige Diesel nachzurüsten – auf eigene Kosten“.

Einige Nutzer werfen die Frage auf, was die wirtschaftlichen Auswirkungen der Entscheidung in Deutschland sein könnten.

Der Vorsitzende der Linksfraktion Dietmar Bartsch twittert: „Diesel-Halter müssen wohl die Zeche dafür zahlen, dass alle Bundesregierungen in den letzten Jahrzehnten tief im Auspuff der Autokonzerne steckten, statt den Öffentlichen Nahverkehr & E-Mobilität zu forcieren.“ Auch Christian Lindner spricht von „Enteignung“.

Grünen-Politikerin Simone Peter lobt das Urteil.

Die Deutsche Umwelthilfe steht mit ihrer Meinung zu Dieselfahrverboten aber auch auf Twitter nicht alleine da. Die Organisation hatte das Urteil erstritten.

Einige Nutzer kritisieren die Entscheidung der Richter in Leipzig, obwohl sie für Umweltschutz plädieren. Ihrer Meinung nach wäre ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und von Radwegen in deutschen Städten zielführender als Dieselfahrer einzuschränken.

Und dann gibt es noch die Nutzer, die das Trend-Thema auf Twitter nutzen, um sich mit ironischen Tweets zu positionieren. „Wer heutzutage noch einen Diesel-PKW fährt, der bringt auch Babys auf der Entbindungsstation das Rauchen bei“, heißt es etwa.

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