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Vattenfall-Pannenserie Gabriel schließt Entzug der Betriebserlaubnis für Krümmel nicht aus

Nach der Pannenserie im Atomkraftwerk Krümmel schließt auch Bundesumweltminister Gabriel nicht aus, dass dem Betreiber Vattenfall die Betriebserlaubnis entzogen wird. Unterdessen wurde bekannt, dass Vattenfall betrunkene Bauarbeiter entließ, die am schwedischen Meiler Ringhals arbeiteten.

Den Entzug der Betriebserlaubnis „prüft die Landesatomaufsicht in Kiel aus gutem Grund“, sagte SPD-Politiker Sigmar Gabriel der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ laut Vorabmeldung. Er wolle den Ergebnissen nicht vorgreifen. Vattenfall täte aber im eigenen Interesse gut daran, sich bei der Aufklärung der Vorgänge in seinen Atomkraftwerken kooperativer zu zeigen. Die schleswig-holsteinische Ministerin für Reaktorsicherheit, Gitta Trauernicht, will nach eigenen Worten die Betriebserlaubnis für Krümmel kritisch prüfen. In Krümmel brannte am 28. Juni ein Transformator. Am selben Tag fiel auch das Vattenfall-AKW Brunsbüttel nach einem Kurzschluss aus. Anschließend wurden in beiden Fällen nach und nach mehrere Pannen und Ungereimtheiten bekannt. Betrunkene bauen an schwedischem Atommeiler mit Der Stromkonzern Vattenfall hat aber nicht nur in Deutschland Probleme: Durch Alkoholvorfälle in seinem wichtigsten schwedischen Atomkraftwerk Ringhals gerät Vattenfall europaweit stärker unter Druck. Schwedischen Medienberichten von gestern zufolge sind in Ringhals mehrere Bauarbeiter in den vergangenen Wochen betrunken erwischt und entlassen worden. Acht Arbeiter seien stark alkoholisiert aufgefallen und hätten außerhalb des Reaktorgeländes in Unterkünften weibliches Reinigungspersonal belästigt. Der Informationschef von Ringhals, Torsten Bohl, sagte der Zeitung „Göteborgs-Posten“, die Bauarbeiter hätten keinen Zutritt zur Reaktorhalle gehabt, sondern seien ausschließlich am Erweiterungsbau des Reaktors 3 beschäftigt gewesen. Die Alkohol- und Drogenkontrollen auf dem Gelände seien nach den Vorfällen verschärft worden. Alkohol-Probleme im Vorjahr auch in Forsmark In Ringhals brannte im vorigen November ein Trafo, der dann explodierte. Das Kraftwerk in Varberg südlich von Göteborg wird gemeinsam von Vattenfall (70 Prozent) und dem deutschen E.On-Konzern (30 Prozent) betrieben. Der Meiler mit vier Reaktorblöcken deckt rund 20 Prozent des gesamten schwedischen Stromverbrauchs ab. Bereits im Vorjahr hatte es Berichte über Alkoholprobleme im Vattenfall-AKW Forsmark nördlich von Stockholm gegeben. Dort war im Sommer 2006 ein Reaktor beinahe außer Kontrolle geraten. Nach einem Stromausfall sprangen Notaggregate zur Reaktorkühlung nicht an, im Kontrollraum fielen die Computer aus. Wie die schwedische Nachrichtenagentur TT am Mittwoch berichtete, plant will Vattenfall nun, in Ringhals strikte Alkoholkontrollen an den Eingängen einzuführen. Auch im südschwedischen Atomkraftwerk Oskarshamn, an dem E.On, aber nicht Vattenfall beteiligt ist, sollen ab Herbst an den Drehkreuzen alle Mitarbeiter auf Alkohol und Drogen untersucht werden, die im Bereich von Reaktoren, Turbinen und Werkstätten beschäftigt sind. Die Werksleitung in Forsmark will noch abwarten und auf umfassende Alkohol- und Drogenstichproben bei den Arbeitern setzen.

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