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Venezuela Venezuela und Iran schmieden Allianz gegen USA

Die erklärten US-Gegner Venezuela und Iran haben ihre so genannte „strategische Allianz“ gestärkt. Beim zweiten Staatsbesuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad innerhalb von vier Monaten wurden am Samstagabend (Ortszeit) elf neue bilaterale Abkommen und auch eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Venezuelas Präsident Hugo Chavez (r.) bei der Begrüßung von Mahmud Ahmadinedschad in Caracas.

dpa CARACAS/MANAGUA. Venezuela und der Iran haben ihre „strategische Allianz gegen den Imperialismus“ gestärkt und eine Intensivierung ihres Kampfes gegen fallende Erdölpreise angekündigt. Beim zweiten Staatsbesuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in Caracas innerhalb von vier Monaten wurden am späten Samstagabend (Ortszeit) elf neue bilaterale Abkommen unterzeichnet. Chávez und Ahmadinedschad - beide erklärtermaßen heftige Gegner der USA - vereinbarten auch, sich für eine Senkung der Produktion der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) einzusetzen, um so die Ölpreise zu stützen. Am Sonntag setzte Ahmadinedschad seine Südamerikareise mit einem Besuch in Nicaragua fort. Auch in Managua wollte Ahmadinedschad mit dem nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega eine enge Zusammenarbeit ihrer Länder vereinbaren. So sollen Kommissionen entsprechende Projekte und Programme erarbeiten. Der iranische Vizeaußenminister Said Yalili sagte in Managua, der Iran könne Nicaragua helfen, Autos und landwirtschaftliche Maschinen zu bauen sowie Chemieprodukte und Zement herzustellen. Der Besuch Ahmadinedschads in Nicaragua erfolgt nur drei Tage nach der Amtseinführung Ortegas. Der 61-jährige ehemalige Revolutionär und Chef der linken Sandinistischen Befreiungsfront (Fsln) hatte das Amt des Präsidenten von Nicaragua am Mittwoch übernommen, das er bereits schon einmal vor 26 Jahren nach dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza innehatte. Nach dem Treffen mit seinem venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez im Regierungspalast Miraflores hatte Ahmadinedschad die Verbundenheit beider Länder unterstrichen. „Wir fördern die revolutionären Gedanken in der Welt“, sagte der Iraner. Zu den neuen Abkommen zählen nach Angaben aus Caracas Verträge zur Intensivierung der Kooperation in den Bereichen Energie, Industrie, Handel und Wohnungsbau. Die Präsidenten beschlossen ferner, die Schaffung eines Fonds in Höhe von zwei Mrd. Dollar zu beschleunigen, mit dem Länder unterstützt werden sollen, die sich vom „Joch des Imperialismus“ befreien wollen. Ahmadinedschad beklagte, dass „alle Probleme der Welt von der falschen Richtung verursacht werden, die die mächtigen Länder eingeschlagen haben“. Es herrsche Armut, Feindschaft, Diskriminierung und Ungerechtigkeit. Die Reichen seien nur auf wirtschaftlichen Gewinn aus und hätten nichts übrig für die Menschenwürde. Chávez würdigte unterdessen die „Tiefe der Beziehungen“ zwischen beiden Ländern und versicherte, man könne im Fall von Venezuela und dem Iran „von einem einzigen Vaterland sprechen“. Am Montag wird Ahmadinedschad in Ecuador erwartet, wo er an der Amtseinführung des neuen Präsidenten Rafael Correa teilnehmen will.

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