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Verbraucherstimmung Konsumklima trübt sich – GfK-Experte: „Sehr schwierige Phase“

Die deutschen Verbraucher gehen wegen der andauernden Coronakrise mit gedrückter Stimmung ins neue Jahr. Mit einer Erholung rechnen Experten in den nächsten Monaten nicht.

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Der Einzelhandel kämpft mit den Folgen des Lockdowns. Quelle: dpa

Das Konsumklima für Januar fällt so trüb aus wie seit einem halben Jahr nicht mehr, fanden die Nürnberger GfK-Marktforscher in ihrer am Dienstag veröffentlichten Umfrage unter 2000 Teilnehmern heraus.

Das Barometer gab um 0,5 auf minus 7,3 Punkte nach. Ökonomen hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang auf minus 8,8 Punkte gerechnet. „Mit dem harten Lockdown und dem Schließen der meisten Geschäfte hat das Konsumklima einen weiteren Rückschlag zu verkraften“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Konjunkturerwartungen und die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen legten zwar zu, aber die Verbraucher rechnen mit Abstrichen bei den Einkommen.

Letzteres könnte daran liegen, dass viele Einzelhandelsgeschäfte geschlossen werden mussten, was in den kommenden Wochen etwa zu spürbar mehr Kurzarbeit führen dürfte. „Dies führt bei den betroffenen Beschäftigten zu Einkommenseinbußen“, hieß es.

Zudem sei zu befürchten, dass noch mehr Firmen insolvenzgefährdet werden könnten. „Dies verstärkt die Angst vor Jobverlust und belastet die Einkommensaussichten.“

Eine rasche Trendwende erwarten die Forscher nicht. „Es ist zu befürchten, dass auf das Konsumklima in den kommenden Wochen eine sehr schwierige Phase zukommen wird“, sagte Bürkl. „Eine Entspannung beziehungsweise Erholung kann es sicherlich erst dann geben, wenn die Infektionszahlen so weit gesunken sind, dass die harten Beschränkungen wieder gelockert werden können.“

Online-Handel boomt

Gastronomie, Freizeit- und Kulturreinrichtungen sowie die meisten Geschäfte bleiben bis mindestens 10. Januar geschlossen. Mit der Aussicht auf den baldigen Einsatz eines Impfstoffes gegen Corona in Deutschland ist die Hoffnung verbunden, dass der private Verbrauch frische Impulse erhalten könnte. Allerdings wird es wohl Monate dauern, bis ein Großteil der Bevölkerung wirksam vor dem Virus geschützt ist.

Das Ifo-Institut geht davon aus, dass die Verbraucher wegen ausgefallener Reisen oder dem erzwungenen Verzicht auf Restaurantbesuche etwa 100 Milliarden Euro gespart haben dürften. Zumindest ein Teil dieser „zurückgestauten Kaufkraft“ könnte 2021 nach Ansicht der Münchner Forscher in den Konsum fließen und die Erholung unterstützen.

Der Einzelhandel kämpft derweil mit den Folgen des Lockdowns, der den Betrieben das so wichtige Weihnachtsgeschäft kräftig verhagelt. „Es ist zu befürchten, dass bis zu 50.000 Händler ihre Geschäfte schließen müssen“, erklärte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth vom Branchenverband HDE. Der Online-Handel boomt hingegen und beschert der Deutschen Post Rekord über Rekord im Paketgeschäft.

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