Vergleichsstudie Deutschlands Städte sind fit für die Zukunft

Beste Voraussetzungen für Wachstum bescheinigt eine Studie den 30 größten Städten Deutschlands. Ihr BIP hat sich seit der Finanzkrise besser entwickelt als der Bundesdurchschnitt. Vorne liegen Frankfurt und München.

Diese Städte haben das größte Potenzial
Platz 10: EssenKeine Stadt erholte sich seit der Finanzkrise 2008 so gut wie Essen: Das Bruttoinlandsprodukt der Ruhrmetropole stieg bis 2010 um 15,7 Prozent. In der Stadt sitzen große Unternehmen, wie RWE, ThyssenKrupp, E.On Ruhrgas, Schenker und Hochtief. Neben der Universität Duisburg-Essen sitzt hier mit der Folkwang-Universität eine der renommiertesten Musik- und Kunsthochschulen Deutschlands. Quelle: Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat untersucht, wie die 30 größten deutschen Städte für die Zukunft gewappnet sind. Dabei wurden unter anderem die ökonomische Leistungsfähigkeit, die Bereiche Bildung und Innovation, Internationalität, Erreichbarkeit, Bevölkerung und Erwerbstätigkeit betrachtet. Quelle: dpa
Platz 9: StuttgartDie Automobilhochburg Stuttgart landet auf Platz 9 der Städte mit dem größten Potenzial. Außer Daimler und Porsche sitzen hier zahlreiche mittelständische Automobilzulieferer. Mit 22 Prozent haben mehr als ein Fünftel aller Stuttgarter Beschäftigten einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Nur München hat bei Hochqualifizierten einen gleich hohen Wert. Da wundert es nicht, dass in Baden-Württembergs Landeshauptstadt 48,9 Prozent aller Beschäftigten in wissensintensiven Wirtschaftszweigen – das ist der Spitzenwert in Deutschland.   Quelle: dpa
Platz 8: WiesbadenIn Wiesbaden haben etwa 12.000 Unternehmen ihren Sitz - vom Handwerksbetrieb bis zu größeren Konzernen. Hessens Landeshauptstadt hat zwar nur rund 280.000 Einwohner, bildet aber mit dem angrenzenden Mainz in Rheinland-Pfalz ein länderübergreifendes Doppelzentrum mit insgesamt rund 480.000 Menschen. Quelle: dpa
Platz 7: DresdenDresden bildet das Zentrum der wirtschaftsstärksten Region der neuen Bundesländer. Die Kulturstadt hat eine hohe Anziehungskraft nicht nur für Touristen. Zwischen 2005 und 2011 stieg die Bevölkerung dort um sieben Prozent. Nur Münster und München hatten höhere Zuwächse. Doch fehlt es in Dresden an jungen Menschen. Mit 15,6 Prozent hat die Stadt den drittniedrigsten Anteil Deutschlands an unter 20-Jährigen. Quelle: dpa
Platz 6: KölnVor allem Versicherungen, wie Axa, HDI Gerling, Gothaer und Generali haben ihre Zentralen in Köln aufgeschlagen. Auch zahlreiche internationale Autohersteller haben ihren Deutschland-Sitz hier, wie Ford, Toyota und Volvo. Im September 2013 wird mit dem Chemiekonzern Lanxess auch ein Dax-Unternehmen am Rhein seine Zentrale eröffnen. Außer Unternehmen zieht es auch immer mehr Menschen nach Köln:  Mehr als eine Millionen Bürger leben dort seit 2010, bis 2025 soll die Bevölkerung um vier Prozent steigen. Quelle: dpa
Platz 5: BerlinVor allem bei jungen Menschen ist die Bundeshauptstadt beliebt: Zwischen 2005 und 2011 zogen mit 176.628 Personen nirgendwo sonst so viele 18- bis unter 30-Jährigen hin. Damit hat auch die Zahl der Erwerbstätigen mit neun Prozent an der Spree am zweitstärksten zugenommen - nach Bonn mit 9,7 Prozent. Dies ist ein erfreulicher Trendwechsel, da in Berlin von 2000 bis 2005 die Erwerbstätigkeit noch um 2,1 Prozent abgenommen hatte. Quelle: dpa
Platz 4: DüsseldorfDüsseldorf zieht Investitionen an: 2011 gab es nirgends so viele ausländischen Direktinvestitionen, wie in der Rheinmetropole. Mit 61 Projekten stieg ihre Anzahl um 256 Prozent. Auch Düsseldorfs Bevölkerung wächst – und zwar bis 2015 um 3,8 Prozent. In der NRW-Landeshauptstadt sitzen unter anderem Großunternehmen, wie Henkel, Metro, Eon und Rheinmetall. Vor allem Telekommunikationsanbieter, wie Vodafone und E-Plus haben hier ihre Zentrale. Einen anderen starken Wirtschaftszweig bildet die Modebranche, aus der über 800 Firmen ihren Sitz am Rhein haben. Quelle: dpa/dpaweb
Platz 3: BonnZwei Dax-Unternehmen haben in Bonn ihren Sitz: Die Deutsche Telekom und die Deutsche Post. Mit 48 Prozent liegt in Bonn der Anteil der Bürger, die mit einem Hochschulabschluss ins Berufsleben starten, auf dem zweiten Platz hinter Hamburg (50,6 Prozent). Dementsprechend liegt der Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss mit 20,9 Prozent im oberen Bereich des Städtevergleichs.   Die Erwerbstätigkeit nahm zwischen 2005 und 2010 in Bonn um 9,8 Prozent zu, die Bevölkerung um 4,8 Prozent. Quelle: dpa
Platz 2: MünchenMünchen ist auf dem Vormarsch: Belegt Bayerns Landeshauptstadt derzeit noch Platz 2, könnte sie zukünftig auf den ersten Rang aufsteigen, weil sie in keinem der betrachteten Bereiche Defizite aufweist. Vor allen anderen Städten liegt sie etwa beim Bevölkerungszuwachs: Dieser betrug hier zwischen 2005 und 2011 rund 9,7 Prozent.  Diese neuen Einwohner tummeln sich auf engem Raum:  Mit 4.436 Einwohnern je Quadratkilometer hat München die größte Bevölkerungsdichte Deutschlands. Spitzenreiter ist München auch beim erwarteten weiteren Bevölkerungswachstum, das bis 2025 etwa 5,6 Prozent betragen soll. Die Beschäftigten sind knapp zur Hälfte in wissensintensiven Branchen tätig: Mit einem Anteil von 48,1 Prozent landet die bayrische Metropole auf Platz 2 hinter Stuttgart. So wundert es nicht, dass sich München mit 22 Prozent den ersten Platz mit Stuttgart beim Anteil der hochqualifizierten Beschäftigten teilt. Diese arbeiten zum Beispiel in einem der sieben Dax-Unternehmen in der Stadt – nirgends sitzen so viele wie in München. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
Platz 1: Frankfurt am MainDie Stadt mit dem größten Potenzial Deutschlands ist das Finanzzentrum Frankfurt am Main. Hier sitzen drei Dax-Unternehmen – alle aus dem Finanzbereich: Die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Deutsche Börse. 41,6 Prozent der Beschäftigten arbeiten hier in wissensintensiven Branchen. Dementsprechend ist auch der Bildungsstand am Main sehr hoch: Weniger als vier Prozent der Frankfurter Schüler verlassen hier die Schule ohne Hauptschulabschluss, nirgendwo sonst in Deutschland ist dieser Wert so niedrig. Vor allem ist die Internationalität der Bankenmetropole hoch: Dank Europas drittgrößtem Flughafen beträgt die durchschnittliche Reisezeit von Frankfurt zu 41 europäischen Agglomerationszentren 185,9 Minuten – ebenfalls der niedrigste Wert in Deutschland. Mit 17,3 Prozent hat Frankfurt die meisten ausländischen Studenten und mit 15,6 Prozent zweitmeisten ausländischen Arbeitnehmer hinter München (16 Prozent). Vor Bayerns Hauptstadt muss sich Frankfurt in Acht nehmen. Im Vergleich zu den Vorgängerstudien 2008 und 2010 hat sich der Abstand zwischen beiden Städten zunehmend verringert. Die ausführliche Studie des HWWI finden Sie hier. Sehen Sie dazu auch Städteranking der WirtschaftsWoche. Quelle: dpa

Die deutschen Großstädte haben glänzende Weichenstellungen für die Zukunft. So haben sie sich von der Finanzkrise 2008 schneller erholt als die Bundesrepublik generell. Schon zwei Jahre später erreichte ihre Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisenniveau – auf Bundesebene war dies 2010 noch nicht der Fall gewesen. Das größte Potenzial zeigt Frankfurt auf, gefolgt von München.

Die Studie stammt vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. Gemeinsam mit der Berenberg-Bank hat es bei den 30 größten deutschen Städten unter anderem die ökonomische Leistungsfähigkeit und Standortfaktoren, wie Bildung, Innovation, Internationalität, Erreichbarkeit, sowie demografische Faktoren, wie Bevölkerung und Erwerbstätigkeit untersucht.  

Die besten Städte 2012
25. DresdenDas Städteranking 2012 zeigt ein großes Ost-/West-Gefälle. Unter den 25 besten Städten Deutschlands gibt es mit der sächsischen Landeshauptstadt nur einen ostdeutschen Vertreter – und das auf dem 25. Rang. Dresden punktet vor allem in Sachen Standortqualität. Fast jedes zweite Kind unter drei Jahren hat einen Kita-Betreuungsplatz (45,5 Prozent, Rang 4), in der Stadt leben viele Hochqualifizierte (21,1 Prozent, Rang 3) und die Kriminalität weist mit mit 10.182 Straftaten je 100.000 Einwohner einen durchschnittlichen Wert auf (Rang 28). Probleme gibt es beim Wohlstand: Im Durchschnitt hat ein Bürger in Dresden lediglich 16.721 Euro zur Verfügung (Rang 44). Die Arbeitslosenquote lag im vergangenen Jahr im Jahresdurchschnitt bei zehn Prozent (Rang 28). Dennoch sind überraschend wenig Dresdner in finanzieller Not. Nur 8,3 Prozent aller Bürger der Landeshauptstadt sind verschuldet (Rang 3). WirtschaftsWoche Städteranking 50 Städte im Test - Das ausführliche Dossier jetzt zum Download unter www.wiwo-shop.de Quelle: dpa
24. LudwigshafenDie rheinland-pfälzische Stadt hat ein relativ geringes Wohlstandsniveau (Rang 36), die Einwohner können im Schnitt nur auf knapp 17.100 Euro an verfügbarem Einkommen zurückgreifen (Rang 38). 14,1 Prozent sind verschuldet (Rang 40). Dank der Chemieindustrie leben aber viele Ingenieure in der Stadt am Rhein (6,5 je 100 Berufstätige, Rang 2), jeder Beschäftigte erwirtschaftet ein BIP von 83.321 Euro (Rang 3). Quelle: dpa
23. BielefeldBielefeld rangiert bei den wichtigsten Niveau-Indikatoren, Wohlstand, Arbeitsmarkt, Struktur und Standort durchweg zwischen dem 22 und 30. Rang. Das verfügbare Einkommen liegt bei guten 20.749 Euro pro Kopf (Rang 15), gleichzeitig liegt die Arbeitslosenquote bei 9,4 Prozent (Rang 24). Etwa 11 Prozent der Bielefelder sind verschuldet (Rang 23). 7,9 Prozent beziehen die Grundsicherung Arbeitslosengeld II (ALG II) (Rang 24). Quelle: dpa
22. SolingenDie Arbeitsplatzversorgung ist in Solingen sehr gut. 62,3 Prozent der Erwerbsfähigen haben einen sozialversicherungspflichtigen Job am Wohnort (Rang 5). Demzufolge ist auch die Arbeitslosenquote in Solingen 2011 mit 8,0 Prozent vergleichbar niedrig gewesen (Rang 15). Dennoch sind recht viele Bürger verschuldet. 12,4 Prozent aller Solinger stehen im Minus (Rang 32). Eine große Herausforderung für die Stadt ist der demografische Wandel. Auf einen Stadtbewohner über 60 Jahren kommen nur zwei Menschen im Alter zwischen 20 und unter 60 Jahren (Rang 40). Quelle: dpa
21. OsnabrückEinen richtigen Spitzenplatz kann Osnabrück bei keinem der Indikatoren belegen – meist landet die niedersächsische Stadt im Mittelfeld. Mit einem durchschnittlichen verfügbaren Einkommen von 19.840 Euro je Bürger liegt die Stadt auf Platz 23; mit einer Arbeitslosenquote von 8,2 Prozent im Jahresdurchschnitt 2011 immerhin auf Rang 17. Jeder zehne Osnabrücker ist verschuldet (Rang 11), je 100.000 Einwohner werden mit 10.618 Straftaten relativ viele Konflikte mit dem Gesetz gemeldet (Rang 32). Quelle: dpa
20. KölnDie Bürger der Domstadt haben mit 21.457 Euro recht viel Geld zur Verfügung (Rang 10). Aber: Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt 2011 bei 9,6 Prozent (Rang 26). Ein möglicher Grund könnte sein, dass die Unternehmen vor Ort der Stadt nur ein maues Urteil ausstellen und daher Investitionen scheuen. In einer Umfrage von “IW Consult“ bezeichneten nur 57,1 Prozent der Arbeitgeber die Stadt Köln als wirtschaftsfreundlich (Rang 41). Auch die Arbeitskosten vor Ort sind mit 40.363 Euro (Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer) überdurchschnittlich hoch (Rang 41). Quelle: dpa
19. HannoverDurchschnitt in allen Belangen: Hannover liegt bei der Kinderbetreuung auf Rang 23 (21 Prozent aller Unter-Dreijährigen besuchen eine Kita), ist laut Unternehmer-Umfrage recht wirtschaftsfreundlich (64,4 Prozent Positivantworten, Rang 19) und liegt mit einem BIP je Einwohner von 35.948 Euro, na klar, im Mittelfeld (Rang 25). Quelle: dpa
18. OldenburgStark im Dynamikranking, ordentlich im Niveauranking: Oldenburg ist auf dem Sprung, zu einer der lebenswertesten Städte Deutschlands zu werden. Dazu trägt unter anderem die öffentliche Sicherheit bei. 92,0 Prozent der Bürger halten ihre Stadt für sicher (Rang 7). 9.424 Straftaten werden je 100.000 Einwohner verübt (Rang 17). Die Stadt ist recht jung (auf einen Mitbürger über 60 Jahre folgen durchschnittlich 2,4 Oldenburger zwischen 20 und unter 60 Jahren; Rang 11). Aber: Für die Auszubildenden könnte mehr getan werden. Das Gesamtangebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen je 100 Nachfrager liegt bei 97 (Rang 47). Quelle: dpa
517. MülheimDie Menschen in Mülheim an der Ruhr sind überdurchschnittlich alt – auf einen Bürger über 60 Jahre kommen nur 1,7 Mülheimer im Alter von 20 bis unter 60 Jahren (Rang 49) – und überdurchschnittlich wohlhabend. Sie weisen ein verfügbares Einkommen in Höhe von 23.415 Euro auf (Rang 5). Dafür lebt es sich in der Stadt zwischen Duisburg und Essen sehr sicher. Je 100.000 Einwohner werden nur 8.155 Straftaten verübt (Rang 3). Quelle: dpa
16. FreiburgIn der südlichsten Großstadt Deutschlands stehen den Bürgern im Schnitt nur 18.716 Euro zu Verfügung (Rang 31). Dennoch gibt es in keiner Großstadt weniger Schuldner als in Freiburg. Nur 7,5 Prozent der Bürger sind verschuldet. Und: 68 Prozent der Bürger sagen in einer Umfrage, dass sie sehr kostenbewusst einkaufen (Rang 1). Schlecht ist hingegen die Arbeitsplatzversorgung (Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort an den Erwerbsfähigen in Prozent) mit einem Wert von 51,2 (Rang 49). Quelle: dpa
15. MannheimGeringe Arbeitslosigkeit (6,4 Prozent, Rang 7), hohes BIP je Einwohner (53.275, Rang 7) und ein Angebot an Ausbildungsplätzen, das die Nachfrage übersteigt (103,5 Prozent, Rang 4): Mannheim punktet im Städteranking 2012 mit seinem Arbeitsmarkt. Wohlstand macht sich dennoch nicht breit. Im Durchschnitt stehen dem Mannheimer 18.842 Euro zur Verfügung (Rang 28). Auch bei der Kinderbetreuung hapert’s. Nur jedes fünfte Kind unter drei Jahren geht in eine Kita (Rang 19). Quelle: dpa
14. LeverkusenBayer sei Dank: Die Ingenieursdichte ist in Leverkusen überdurchschnittlich hoch. Auf 100 Beschäftigte kommen im Schnitt 5,4 Ingenieure (Rang 4). Die Arbeitsplatzversorgung (Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort an den Erwerbsfähigen in Prozent) ist gar deutschlandweit führend (63,6). Für Außenstehende allerdings ist Leverkusen offenbar wenig attraktiv. Auf einen Einwohner kommen nur 1,3 Gästeübernachtungen (Rang 41). WirtschaftsWoche Städteranking 50 Städte im Test - Das ausführliche Dossier jetzt zum Download unter www.wiwo-shop.de Quelle: dpa
13. BraunschweigObwohl in der niedersächsischen Stadt knapp 10.000 Straftaten je 100.000 Einwohner verübt werden (Rang 24), fühlen sich die Braunschweiger sehr sicher. Behaupten sie jedenfalls in einer Umfrage. Demnach halten 98,0 Prozent der Bürger ihre Stadt für sicher (Rang 1).  Auch die Unternehmen reden nur Gutes über die Stadt. 72,4 Prozent der Arbeitgeber halten die Stadt lauf einer Umfrage für wirtschaftsfreundlich (Rang 2). Dabei lassen sowohl die Arbeitskosten (Rang 33), als auch die Produktivität (Rang 34) zu wünschen übrig. Wie diese widersprüchlichen Daten zu werten sind, hat noch keine Umfrage ermittelt. Quelle: dpa
12. AugsburgDer Arbeitsmarkt zeigt sich in Augsburg besonders robust. Die Arbeitsplatzversorgung (der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort an den Erwerbsfähigen) liegt bei 62,4 Prozent, Rang 3. Die Arbeitslosenquote lag folglich 2011 auch mit 6,9 Prozent im Jahresdurchschnitt unter dem Bundeswert (Rang 9). Aber: Viel Geld haben die Augsburger nicht in der Tasche. Sie weisen durchschnittlich ein verfügbares Einkommen von 17.926 Euro auf (Rang 35). Davor lebt es sich in der süddeutschen Stadt sicher. 92,2 Prozent der Bürger fühlen sich laut einer Umfrage an öffentlichen Orten sicher (Rang 5). Das Statistische Bundesamt stützt die Aussagen: Auf 100.000 Einwohner werden 8.613 Straftaten verübt (Rang 8). Lesen Sie weiter:Infografik Die besten Städte 201250 Städte im Test Das Ranking der 50 größten deutschen Städte in den wichtigsten Eigenschaften Quelle: dpa
11. NürnbergDass es sich in Bayern recht sicher lebt, zeigt nicht nur das Beispiel München (folgt noch). Auch in der zweitgrößten Stadt des Freistaates, in Nürnberg, werden nur 8.674 Straftaten je 100.000 Einwohner verübt ( Rang 9). Auch Touristen kommen gerne nach Nürnberg, nicht nur zur Weihnachtszeit, wenn der große Christkindlesmarkt lockt. Auf einen Einwohner kommen 4,8 Gästeübernachtungen (Rang 10). Quelle: dpa
10. BonnIn der Bundesstadt mit ihren knapp 330.000 Einwohnern sind nur 5,5 Prozent der Bürger auf ALG-II-Hilfe angewiesen (Rang 5). Nur 8,9 Prozent der Bürger sind verschuldet (Rang 7). Ingenieure meiden Bonn trotzdem: Von 100 Beschäftigten in Bonnern sind durchschnittlich keine zwei Bürger Ingenieure (1,8, Rang 18). Verbesserungsbedarf gibt es bei den Arbeitskosten, die mit 37.259 Euro recht hoch sind (Rang 32). Quelle: dpa
9. WiesbadenIn fast allen Kategorien überdurchschnittlich, nirgendwo so richtig spitze: Wiesbaden punktet mit dem neunthöchsten verfügbaren Einkommen seiner Bürger (21.569 Euro) und einer Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent (Rang 10). Unternehmen sind nicht ganz so glücklich: Nur 58,4 Prozent der in einer Umfrage zur Wirtschaftsfreundlichkeit der Stadt befragten Arbeitgeber stellten Wiesbaden ein positives Zeugnis aus (Rang 35). Quelle: dpa
8. HamburgReiche Hanseaten: Die Hamburger haben im Durchschnitt 26.232 Euro pro Person an verfügbarem Einkommen vorzuweisen (Rang 1). Ihre Einkommensteuerkraft ist spitze (Rang 2) und sie sind überdurchschnittlich produktiv (Rang 6). Ebenfalls für eine Großstadt überraschend positiv sind die Zahlen zur Kinderbetreuung. 32,4 Prozent alle Kinder sind in einer Kindertagesstätte untergebracht (Rang 9). Schattenseite: Die Kriminalitätsrate ist recht hoch. Je 100.000 Einwohner wurden 2011 12.812 Straftaten verübt (Rang 43). Quelle: dpa
7. MainzDie Studentenstadt und Heimat des ZDF weist die viertniedrigste Arbeitslosenquote unter Deutschlands Großstädten auf. Nur 5,9 Prozent der Bürger sind ohne Job. Die Gründe: Nur 2,6 Prozent der Schüler starten ohne Abschluss ins Berufsleben (Rang 1), 17,6 Prozent der Mainzer sind hoch qualifiziert (Rang 6). Quelle: dpa
6. DüsseldorfDie Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens gilt auch als „Schreibtisch“ des größten deutschen Bundeslandes. Das zahlt sich aus. Jeder Bürger erwirtschaftet im Durchschnitt ein BIP von 73.766 Euro (Rang 2), das verfügbare Einkommen des Durchschnitts-Düsseldorfers liegt bei 23.922 Euro (Rang 3). Schlecht ist es um die Sicherheit bestellt. 15.130 Straftaten je 100.000 Einwohner wurden 2011 begangen (Rang 49). Quelle: dpa

„Erfolgreiche Städte zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch attraktive Standortbedingungen Unternehmen und Menschen anziehen“, sagte Berenberg-Gesellschafter Hans-Walter Peters. Die finanzielle Situation der bewerteten Städte wurde in dem Ranking nicht berücksichtigt. „Wir haben nur erfasst, was sich statistisch und amtlich belegen lässt“, sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar.

Frankfurt und München liegen vor allem vorne, weil sie gut bei den Wirtschafts- und Standortfaktoren abgeschnitten haben. Allerdings verkleinere sich der Abstand zwischen den beiden Wirtschaftshochburgen seit den Vorgängerstudien 2008 und 2010 zunehmend. Im Städteranking der WirtschaftsWoche ist München beispielsweise auf dem ersten Platz. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) betonte, dass es mit München keinen Wettstreit gebe. „Das ist Kooperation auf Augenhöhe. Die Konkurrenten sind Paris, London und Moskau“, sagte Feldmann. Das Hauptaugenmerk müsse in Zukunft auf Kinderfreundlichkeit und Wohnraum liegen. „Das Dach über dem Kopf muss bezahlbar sein, auch für junge Kreative“, forderte der OB.

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Gerade in diesem Kreativbereich bescheinigte die Studie einigen untersuchten Städten Defizite. So sei der Strukturwandel hin zu wissensintensiven Branchen, sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft, noch nicht überall abgeschlossen. Schlusslicht ist wie auch schon 2010 und 2008 Chemnitz. Auf die Plätze 25 bis 29 kommen fünf Industriestädte in Nordrhein-Westfalen: Bochum, Gelsenkirchen, Wuppertal, Bielefeld, und Dortmund. Deren Aussicht auf Bevölkerungs - und Jobwachstum sei am niedrigsten, erklärte HWWI-Direktor Straubhaar. Abseits der Ballungsgebiete seien die Aussichten aber oft noch trüber. „Auch die Städte auf den hinteren Plätzen haben sich besser entwickelt als das flache Land.“

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Die Bundeshauptstadt Berlin landete auf dem fünften Platz. „Wenn der Flughafen doch endlich einmal fertig gebaut ist, wird Berlin aufzuholen beginnen“, so Straubhaar.

Die ausführliche Studie des HWWI finden Sie hier.

Mit Material von dpa.

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