Verhandlungen über EU-Beitritt Gabriel will Gesprächsfaden mit Türkei erhalten

Der Bundesaußenminister warnt nach dem Referendum in der Türkei vor Kurzschlussreaktionen. Die EU-Beitrittsgespräche müssten weitergehen, so Gabriel. An gemeinsamen Themen mangelt es jedenfalls nicht.

Der SPD-Politiker spricht sich gegen „Kurzschlussentscheidungen“ aus. Quelle: AFP

BerlinAußenminister Sigmar Gabriel (SPD) ist gegen ein Ende des Beitrittsprozesses mit der Türkei. Nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum sprach er sich in einem Interview der Rheinischen Post (Samstag) gegen „Kurzschlussentscheidungen“ aus. Die mit der Türkei zu besprechenden Themen reichten von dem inhaftierten Journalisten Deniz Yücel über die Beziehungen mit der EU bis hin zum Konflikt in Syrien. „Deshalb werden wir nach dieser historischen Abstimmung in der Türkei von beiden Seiten die Gesprächsfäden mühsam einzeln wieder auflesen und zusammenfügen müssen“, sagte Gabriel.

Es werde Beratungen über die Lage geben. Gabriel: „Aber letztlich ist es die Entscheidung der Türkei, ob sie sich noch weiter von Europa entfernen will. Mit unseren Bedenken, was die Entwicklungen der letzten Monate in der Türkei angeht, halten wir jedenfalls nicht hinter dem Berg. Das, was in der Türkei stattfindet, die Verhaftung von Abgeordneten, Oppositionellen, Journalisten, das entspricht ganz und gar nicht demokratischen Standards.“

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