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Verkehrsminister Scheuer „Ich halte die Boni-Summen der VW-Spitzenmanager für falsch“

Die VW-Konzernspitze erhält deutlich höhere Boni-Zahlungen. Nach Angela Merkel kritisiert auch Verkehrsminister Scheuer die Summen.

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Berlin Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die VW-Konzernspitze wegen der jüngst bekannt gewordenen deutlich gestiegenen Boni-Zahlungen gerügt. „Ich hätte nach den Abgas-Skandaljahren eine höhere Sensibilität gerade der Top-Manager in Wolfsburg erwartet“, sagte Scheuer der „Bild“ (Samstagausgabe).

„Der Wirtschaftsstandort Deutschland wurde mit den Abgas-Manipulationen beschädigt“, sagte Scheuer weiter. „Ich habe die Boni-Summen vernommen und halte sie für falsch. Für jeden Diesel-Besitzer, der hohe Wertverluste fürchtet, aber auch für die Angestellten in dieser Leitindustrie sind die Managergehälter bei VW ein Schlag ins Gesicht.“

Auf die Frage, ob er die Autohersteller zu generellen Nachrüstungen zwingen wolle, sagte Scheuer: „Ich setze lieber auf die Einsicht und Kooperationsbereitschaft der Konzerne. Zwang ist nicht meine Politik.“ Klar sei aber auch: „Die Steuerzahler haben keine Schuld an der Situation. Wer in gutem Vertrauen in Industrie und Politik sein Fahrzeug gekauft hat, darf nicht die Zeche zahlen.“

Zuvor hatte hatte sich auch schon Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erstaunt über die Gehaltszuwächse von VW-Top-Managern gezeigt. „Ich freue mich, wenn es Gewinne gibt, weil dann vielleicht auch Geld in die Zukunft investiert werden kann“, sagte Merkel am Mittwoch dem ZDF-„heute-journal“. Trotzdem sei sie „schon erstaunt“ gewesen, „dass es dann auch sehr hohe Zuwachsraten bei bestimmten Gehältern gibt“.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Gewinnverdopplung bei Volkswagen auch die Bezüge von Vorstandschef Matthias Müller auf 10,14 Millionen Euro steigen ließen. Insgesamt stiegen die Vorstandsbezüge bei Volkswagen um fast ein Drittel auf gut 50 Millionen Euro. Volkswagen begründete den Anstieg vor allem mit der guten Geschäftsentwicklung.

Der Kernbereich VW Pkw warf 2017 einen Betriebsgewinn von rund 3,3 Milliarden Euro ab – bereinigt um Sonderkosten für die Dieselaffäre. Für die Führung bedeutet der positive Trend ein dickes Gehaltsplus.

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