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Verschuldung der Bundesländer So hoch sind die Schulden der Bundesländer in Deutschland

Deutschland hat Schulden in Höhe von 2,3 Billionen Euro Quelle: IMAGO

Die Schuldenuhr in Deutschland tickt schneller. Jedes Bundesland hat im Coronajahr 2020 mehr Schulden als üblich gemacht. Bremen bleibt Spitzenreiter – aber in Sachsen steigt die Verschuldung am stärksten.

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Der aktuelle Schuldenstand in Deutschland beträgt rund 2,3 Billionen Euro. Das ergibt pro Einwohner 27.358 Euro. Damit tickt die Schuldenuhr deutlich schneller als vor der Coronapandemie: Der Gesamtbetrag der deutschen Staatsverschuldung lag Ende 2019 bei knapp 1,9 Billionen Euro, also pro Einwohner 22.857 Euro. Die Schulden sind um rund 19,7 Prozent gestiegen. Den Anstieg begründet das Statistische Bundesamt in der Aufnahme finanzieller Mittel zur Bewältigung der Coronakrise.

Die meisten Schulden in Deutschland macht das Bundesland Bremen

Schulden sind aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich verteilt. Der Schuldenkönig: Bremen. Die öffentlichen Verbindlichkeiten von Bund, Ländern und Gemeinden Ende 2020 hinterlassen nach Angaben des Statistischen Bundesamts jedem Bremer 57.537 Euro Schulden. Danach folgen mit großem Abstand Hamburg mit einer Pro-Kopf-Verschuldung in Höhe von 19.175 Euro sowie Berlin mit 16.354 Euro. Das Schlusslicht bildet Sachsen. Pro Kopf schultert jeder Bürger nur 1.239. Das ist viermal weniger als in Bremen. Und auch auf den Bürgern der Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern lasten deutlich geringere Schulden: 1.352 und 1.352 Euro pro Kopf.

Im Coronajahr sind in dem Bundesland Sachsen die Schulden prozentual am stärksten gestiegen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren die Länder 2020 in Höhe von insgesamt 635,8 Milliarden Euro verschuldet, also 9,9 Prozent beziehungsweise 57,1 Milliarden Euro mehr als Ende 2019. Die Verschuldung ist in allen Ländern gestiegen. Aber vor allem in Sachsen: In Höhe von 344 Prozent (siehe Abbildung). Danach folgt Bayern mit einem Plus von 38,0 Prozent und auch Bremen steigt um 31 Prozent. Die geringste Zunahme ist in Sachsen-Anhalt mit gerademal 1,6 Prozent. Aber auch Rheinland-Pfalz ist nur um 3,4 Prozent gestiegen und Schleswig-Holstein um 3,9 Prozent. Die Länder mit den höchsten absoluten Zuwächsen sind Bremen in Höhe von 9,3 Milliarden Euro, Nordrhein-Westfalen mit 8,3 Milliarden Euro und Niedersachsen mit 6,8 Milliarden Euro.



In Bremen ist der Anstieg vor allem auf Schuldenaufnahmen für die Bereitstellung von Barsicherheiten für Derivat-Geschäfte zurückzuführen. Gegenüber dem 3. Quartal 2020 stiegen die Schulden der Länder im 4. Quartal 2020 um 0,9 Prozent beziehungsweise 5,5 Milliarden Euro.


Die Schulden der Bundesländer im Vergleich zum Jahr vor der Coronakrise

PlatzBundeslandSchulden pro Kopf in Euro (Ende 2020)Veränderung zum Vorkrisenniveau (Ende 2019)
1Bremen57.537+ 13.616 (31 %)
2Hamburg19.175+ 896 (4,9 %)
3Berlin16.354+ 1581 (10,7 %)
4Saarland14.689+ 700 (5 %)
5Nordrhein-Westfalen9.957+ 465 (4,9 %)
6Schleswig-Holstein11.023+ 414 (3,9 %)
7Sachsen-Anhalt9.648+ 152 (1,6 %)
8Niedersachsen8.131+ 852 (11,7 %)
9Rheinland-Pfalz7.543+ 248 (3,4 %)
10Brandenburg7.396+ 781 (11,8 %)
11Thüringen7.320+ 498 (7,3 %)
12Hessen7.313+ 864 (13,4 %)
13Mecklenburg-Vorpommern5.249+ 562 (12 %)
14Baden-Württemberg4.327+ 346 (8,7 %)
15Bayern1.352+ 375 (38 %)
16Sachsen1.239+ 960 (344 %)

Quelle: Statistisches Bundesamt + eigene Berechnungen

Mehr zum Thema: Welches Bundesland am meisten Tempo bei der Digitalisierung vorlegt.

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