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Versicherungen Große Krankenkassen erhöhen den Beitrag zum Jahreswechsel

Die Krankenkassen in Deutschland starten mit stark steigenden Kosten und schwindenden Rücklagen ins Jahr 2021. Quelle: dpa

Die Krankenkassen in Deutschland starten mit stark steigenden Kosten und schwindenden Rücklagen ins Jahr 2021. Mehrere große gesetzliche Kassen reagieren darauf wohl mit Beitragserhöhungen.

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Die gut 100 Krankenkassen starten mit stark steigenden Kosten und schwindenden Rücklagen ins Jahr 2021. Mehrere große gesetzliche Kassen erhöhen ihren Beitrag nach einer Umfrage der WirtschaftsWoche aller Voraussicht nach zum Jahreswechsel.

Dazu gehören nach eigenen Angaben die ostdeutsche AOK Plus und die AOK Sachsen-Anhalt, die einen solchen Schritt vor der entscheidenden Sitzung des Verwaltungsrates nicht ausschließen will. Die AOK Plus gehört mit einem Beitragssatz von 15,2 Prozent des Einkommens zu den günstigeren Kassen, die AOK Sachsen-Anhalt hat den günstigsten Satz mit 14,6 Prozent. Im Schnitt verlangten die gesetzlichen Versicherungen mit mehr als 70 Millionen Versicherten einen Satz von 15,7 Prozent.

Zumindest im kommenden Jahr will die drittgrößte deutsche Kasse, die DAK, den Beitrag stabil halten. Sie gehört mit 16,1 Prozent zu den teuersten Anbietern. Die zweitgrößte Kasse, die Barmer, teilte mit: „Unser Plan ist es, trotz steigender Ausgaben stabil zu bleiben.“ Das sei aber noch nicht endgültig entschieden.


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Die größte Versicherung, die Techniker, äußerte sich nicht. Die meisten AOKen und die IKK Classic verwiesen auf politisch vorgegebene Ausgabensteigerungen und auf erst noch anstehende Verwaltungsratssitzungen, die über den Beitragssatz noch entschieden.

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    Trotz drastisch steigender Ausgaben versuchen viele Versicherungen, nicht vor anderen erhöhen zu müssen. Das lässt jedes Mal viele gesündere Mitglieder abwandern. Fürs Wahljahr hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zwar mit Gesetzen für wachsende Ausgaben gesorgt, allerdings hat er den Kassen auch auferlegt, Rücklagen und Schwankungsreserven abzuschmelzen, bevor sie Beiträge erhöhen können.

    Nach Kassenrechnung klafft 2021 eine Lücke von rund 16,6 Milliarden Euro zwischen Einnahmen und Ausgaben. Das entspricht mehr als einem Punkt Beitragssatz und würde einen durchschnittlichen Satz von 16,8 Prozent bedeuten. Nur vier Milliarden davon seien durch Corona bedingte Mehrkosten. Nach den Plänen Spahns sollen die gesetzlichen Kassen unter anderem acht Milliarden Euro ihrer Rücklagen an den Gesundheitsfonds abgeben. Hier könnte der Bundesrat am 18. Dezember noch den Vermittlungsausschuss anrufen. Der Bund zahlt im Wahljahr zudem fünf Milliarden Euro Steuergeld an die GKV.

    Mehr zum Thema: Medizin-Start-ups hoffen auf den Geldregen auf Rezept

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