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Volker Bouffier lobt die Grünen "Wir arbeiten erfolgreich und respektvoll zusammen"

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Flughafen und Energiepolitik

Und bei Ihnen ist es umgekehrt?

Wir sind Realisten, auf beiden Seiten. Die Bundesgrünen können ein paar Pressemitteilungen produzieren, mehr nicht. Herr Al-Wazir möchte hier gute Politik für Hessen und seine Wähler machen. Wenn wir erfolgreich sind, kann man es vielleicht auf die gesamte Bundesrepublik übertragen. Schließlich haben wir hier alles: Flughafen, Verkehrsprobleme, schwierige ökologische Fragen, Integration in allen Facetten. Wenn wir es versemmeln, wirkt es abschreckend.

Ein neuralgischer Punkt ist der Flughafen. Kommt da durch die Grünen noch mal Bewegung rein?

Es gilt der Koalitionsvertrag: Der Flughafen muss wettbewerbsfähig bleiben. Unsere Konkurrenz sind Istanbul, Abu Dhabi, Dubai. Die Türkei baut zehn Landebahnen. Die fliegen rund um die Uhr und werden nach dem Staubsaugerprinzip überall aus Deutschland die Passagiere für drei Euro nach Istanbul fliegen, damit sie dort die Maschinen nach Bombay, Jakarta, New York füllen können. Wir müssen unseren wirtschaftlichen Herzmuskel gesund halten. Aber wir dürfen die Menschen in diesem dicht besiedelten Gebiet nicht überfordern. Es muss leiser werden.

Diese Bundesländer müssen bis 2020 am meisten sparen

Also doch mehr Nachtflugverbote?

Nein, es bleibt beim Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr. Aber wir versuchen durch Lärmpausen, einzelne Regionen zusätzlich zu schonen, indem mal die eine, mal die andere Bahn genutzt wird. Die Masse der Menschen akzeptiert das. Selbst in der Stadt Frankfurt interessieren sich nur 2,5 Prozent für dieses Thema.

In Sachsenhausen wird es anders sein.

Wir haben alle Wahlkreise gewonnen, bei Bundestags- und Landtagswahl. Auch in Sachsenhausen. Obwohl wir in dieser Frage allein standen gegen alle anderen Parteien. Ich nehme die Beschwerden der Menschen ernst, deshalb setzen wir ja unsere Bemühungen fort. Aber politisch berührt das Thema nur wenige. Fahren Sie mal nach Flörsheim – der Bürgermeister ist ein Sozialdemokrat – und fragen Sie da mal, warum Rot-Grün im Stadtrat ein ehemaliges Fabrikgelände direkt am Flughafenzaun zu einem Wohngebiet erklärt hat.

Diese Regionen haben rosige Aussichten
10. Platz: Stuttgart In einer Studie zu den Zukunftsaussichten verschiedener Regionen hat das Forschungsinstitut Prognos alle 402 Kreise und Städte in Deutschland unter die Lupe genommen. Anhand von wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren wie Arbeitsmarkt, Demographie und Innovationen werden die Zukunftschancen verglichen. Gerade noch in das Top-10-Ranking rutscht die Baden-Württembergische Landeshauptstadt. Stuttgart punktet in erster Linie mit einem großen Anteil von Hochqualifizierten, zahlreichen mittelständischen Unternehmen sowie High-Tech-Konzernen. Quelle: dpa
9. Platz: Wolfsburg Der neunte Platz im Ranking geht an die VW-Stadt Wolfsburg – übrigens die einzige niedersächsische Stadt unter den Top-10. Volkswagen ist und bleibt der größte Arbeitgeber der Stadt. Um die Schwankungen dieser Monoindustrie aber besser abfangen zu können, hat sich sich die Stadt zuletzt verstärkt um den Aufbau anderer Branchen bemüht. Quelle: REUTERS
8. Platz: Starnberg Der Landkreis südlich von München ist vor allem als Erholungs- und Nobeldomizil bekannt. Nicht nur ein Imagevorteil, sondern auch in puncto Zukunftsaussichten ist dies ein echter Vorteil. Denn der Landkreis profitiert von seinen gut betuchten Einwohnern: Die Einkommenssteuerkraft ist regelmäßig doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt und die Einwohnerkaufkraft liegt deutschlandweit auf Platz zwei. Im Ergebnis heißt das für Starnberg: Platz acht im Zukunftsaussichten-Ranking. Quelle: dpa
7. Platz: Regensburg Verarbeitendes Gewerbe wie Elektrotechnik, Automobil- und Maschinenbau garantieren der ostbayerischen Stadt einen Platz unter den Top-10-Zukunftsaussichten. Fast auf Platz eins liegt Regensburg bei der Arbeitsplatzdichte, dem Verhältnis von erwerbsfähiger Bevölkerung und Arbeitsplätzen - ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Qualität und Leistungsfähigkeit einer Region. Quelle: dpa
6. Platz: Darmstadt Im Rhein-Main-Gebiet hat die 150.000-Einwohner-Stadt die besten Zukunftsaussichten. Immerhin der sechste Platz im bundesweiten Ranking – keiner anderen hessischen Stadt werden bessere Aussichten prognostiziert. Darmstadt arbeitet konsequent an seinem Ruf als „Wissenschaftsstadt“ und fördert seine drei Hochschulen, die 38.000 Studenten und über 30 Forschungseinrichtungen. Kein Wunder: Ingolstadt ist die Region in Deutschland mit dem höchsten Zuwachs von hochqualifizierten Arbeitnehmern. Vor allem Kommunikations- und IT-Firmen prägen das Wirtschaftsbild der Stadt. Quelle: dpa
5. Platz: Böblingen Der Landkreis Böblingen im Süden Stuttgarts verteidigt seinen fünften Platz von 2010. Zwischen 2005 und 2010 konnte der Landkreis sein BIP-Wachstum um 36 Prozent steigern  - nur vier deutsche Städte schaffen einen besseren Wert. Auffällig ist auch die niedrige Verschuldung Böblingens mit „nur“ 548 Euro pro Kopf. Zum Vergleich: in Erlangen (Platz drei) ist es mehr als doppelt so viel. Quelle: dpa/dpaweb
4. Platz: Ingolstadt Auf Rang vier der Top-10-Zukunftsregionen in Deutschland liegt Ingolstadt. Die Stadt an der Donau setzt vor allem auf produzierendes Gewerbe wie die Automobilindustrie (Audi-Stammsitz). Das Ergebnis: mit nur 3,3 Prozent Arbeitslosen liegt Ingolstadt weit unter dem Bundesdurchschnitt. In anderen Bereichen schwächelt die Stadt allerdings: seit 2010 ist die Entwicklung für Forschungsjob zurückgegangen (-1,1 Prozent) und auch der Dienstleitungssektor ist ausbaufähig. Quelle: dpa

Wo sind die Grünen denn für Ihr wirtschaftsfreundliches Regierungshandeln hinderlich?

Nirgendwo. Auch die hessischen Grünen wollen schwarze Zahlen schreiben. Ökologie ist nur möglich, wenn die Wirtschaft erfolgreich ist.

Ein historisches Kampfthema in Hessen war die Energiepolitik. Nun sind die Grünen ein verlässlicher Partner?

Der einzige Unterschied ist, dass die Grünen den Ausbau gern etwas schneller hätten als wir. Wir werden den Anteil der regenerativen Energie in dieser Legislaturperiode verdoppeln. Bis 2050 wollen wir auf 100 Prozent sein. Auch ich will die Stromautobahnen nicht mit der Bereitschaftspolizei durchsetzen. Wenn die ganze Bevölkerung wie ein Mann dasteht, dann muss man eine verträglichere Lösung finden.

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