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Vollgeparkte Gehwege und Unfälle Was deutsche Städte gegen das E-Scooter-Chaos tun

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Keine Probleme in Dortmund und Düsseldorf, Leipzig besonders streng

Stuttgart:
Seit dem 07. August dürfen Verleiher in Stuttgart an den Start gehen, die eine Vereinbarung mit der Stadt getroffen haben. Namentlich sind das die Unternehmen Circ, Lime und Voi. Dass es in Stuttgart etwas länger gedauert hat, hängt wohl mit den Regulierungen in der Selbstverpflichtung zusammen: „Zum Start haben wir den Anbietern keine klaren Verbote wie „No-Go-Areas“ aufgebrummt. Wir haben lediglich deutlich gemacht, dass wir die E-Scooter direkt an ÖPNV-Haltestellen, in Fußgängerzonen und Parks nicht sehen wollen. Diese Vorgaben sollen sie als Betreiber an ihre Nutzer weitergeben, damit diese sie von sich aus befolgen“, erklärt Ralf Maier-Geißer aus dem Referat Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität der Stadt. Allerdings: In der zentralen Stuttgarter Innenstadt darf jeder Anbieter am Morgen höchstens 100 Scooter aufstellen. Insgesamt soll eine Roller-Flotte nicht größer als 800 Tretroller sein – so sieht es die Selbstverpflichtung der Stadt vor.

Düsseldorf:
In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ist das Berliner Start-up Tier bislang als einziger Anbieter aktiv. „Die Zahl der Beschwerden über behindernd abgestellte Tretroller beziehungsweise in verbotenen Zonen fahrende Tretroller hält sich bisher in Grenzen“, heißt es in der Antwort der Stadt. Düsseldorf werde die Situation weiter beobachten und gegebenenfalls reagieren.

Dortmund:

Ganz ähnlich sieht es in Dortmund aus: Dort gebe es Überlegungen für eine mögliche Regulierung des Verleihs „(noch!) nicht“, betont die Stadt. Der Grund: Circ ist mit 100 Rollern erst seit knapp 4 Wochen vor Ort und der einzige aktive Anbieter. „Im Moment kann keiner seriös definieren, wo genau Grenzen gezogen werden müssten und welche Maßnahmen tatsächlich wirkungsstark sind“, heißt es von der Stadt Dortmund.

Essen:
In Essen sind noch keine ausleihbaren Scooter unterwegs. Aber: „Am 17. Juli wurden seitens der Stadt Essen Kooperationsvereinbarungen an mögliche Anbieter von E-Scootern verschickt“, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Diese Kooperationsvereinbarungen sollen nun von den Anbietern unterschrieben nach Essen zurückgehen und dann von der Stadt selbst unterzeichnet werden. Die Vereinbarungen gingen an Circ, Voi und Tier sowie den in Deutschland mit Scootern bisher unerfahrenen Anbieter Wind Mobility. Welche Einschränkungen die Selbstverpflichtung vorsieht, lies die Stadt noch nicht durblicken.

Leipzig:
Aktuell ist auch in Leipzig noch kein Anbieter aktiv. Und das könnte auch erst einmal so bleiben, immerhin stellt die Stadt drastischere Regeln auf als jede andere der befragten Städte: Die Scooter sollen nur an Stationen ausgeliehen und zurückgegeben werden und das Verleihen im Leipziger Stadtkern ist komplett tabu. Das Verkehrs- und Tiefbauamt entscheidet auch nur „auf Anfrage“, ob ein Anbieter eine Sondernutzung zu einem sechsmonatigen Probebetrieb (der Voraussetzung für den „richtigen“ Betrieb ist) erhält, heißt es auf der Webseite der Stadt. Ob sich Circ, Voi und Co. darauf einlassen? Gerade das unkomplizierte Ausleihen der Scooter an jeder Straßenecke ist ein großer Vorteil der Sharing-Anbieter. In Leipzig könnten Sie den Kunden einen solchen Vorteil nicht bieten.

Bremen:
Bereits vor mehr als zwei Jahren, als die Welle von Leihfahrrädern deutsche Städte erreichte, hat Bremen eine Vereinbarung festgelegt, der sich die Anbieter von Leihrädern unterordnen sollten. Im Falle der E-Scooter geht die Stadt wieder ähnlich vor. Mit fünf Anbietern hat Bremen bereits verhandelt. Zurzeit gibt es allerdings noch keine Anträge der Hersteller für einen geregelten Betrieb. Womöglich deshalb, weil auch Bremen klare Regulierungen aufstellen will: Verbotszonen und Begrenzung der Roller-Anzahl inklusive. Außerdem soll sogar ein Gebührensystem für die Genehmigung eines Verleihbetriebs geplant sein. Ob die Anbieter das mitmachen ist – wie in Leipzig – auch in Bremen fraglich.

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