Vor dem G7 Gipfel Merkel fordert mehr Einsatz für Gesundheit und Weltmeere

In Berlin gaben Wissenschaftler Bundeskanzlerin Angela Merkel drei Themen für das kommende G7-Gipfeltreffen mit auf den Weg. Die Kanzlerin verspricht, die Empfehlungen in politische Initiativen umzusetzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht in Berlin beim G7-Dialogforum. Quelle: dpa

Angesichts der Ebola-Epidemie will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim G7-Gipfel im Juni für die Bekämpfung von Tropenkrankheiten stark machen. Die Ebola-Krise in Westafrika sei Lehre und Mahnung zugleich, sagte Merkel am Mittwoch zum Auftakt einer internationalen Wissenschaftskonferenz in Berlin. „Wir dürfen bei anderen Krankheiten nicht erst dann richtig aktiv werden, wenn sie von ärmeren auf reichere Länder überzugreifen drohen.“

Der Kampf gegen vergessene Tropenkrankheiten gehört zu den zentralen Empfehlungen, die die nationalen Wissenschaftsakademien der G7-Staaten zuvor an Merkel übergeben hatten. Für den G7-Gipfel Anfang Juni auf Schloss Elmau mahnen die Wissenschaftler auch zu Maßnahmen gegen Antibiotika-Resistenzen und für den Schutz der Weltmeere.

270.000 Tonnen Plastikmüll treiben auf den Weltmeeren
Fast 270.000 Tonnen Plastikmüll treiben einer neuen Studie zufolge auf den Ozeanen der Erde. Das sei so viel Abfall, wie nicht einmal in 38 500 Müllwagen passen würde, schätzt eine am Mittwoch in dem Fachjournal „Plos One“ veröffentlichte Studie. Es handele sich dabei um mehr als fünf Billionen Einzelteile, heißt es in der Untersuchung. Um zu den Zahlen zu kommen, hatten Forscher zu See mit einem Maschennetz kleine Abfallteilchen gesammelt. Beobachter auf Booten zählten größere Gegenstände auf dem Wasser. Mit Computermodellen wurde für nicht untersuchte Gebiete hochgerechnet, wie viel Müll auch dort schwimmt. Die Studie bezieht sich lediglich auf Plastikabfall an der Wasseroberfläche. Wieviel Material auf dem Meeresboden liegt, erforschten die Wissenschaftler nicht. Foto: NOAA/PIFSC Quelle: Presse
Im Meer vor Griechenland treiben Plastiksäcke. Das Bild stammt aus dem Jahr 2008. Foto: Gavin Parson/Marine Photobank Quelle: Presse
Plastikmüll als Habitat für Meeresbewohner im Pazifik. Foto: Lindsey Hoshaw Quelle: Presse
Angeschwemmter Plastikmüll vor der Küste von Tromsø in Norwegen. Foto: Bo Eide Quelle: Presse
Angeschwemmter Plastikmüll vor der Küste von Kanapou in den USA. Foto: NOAA/Marine Debris Program Quelle: Presse
Vor der Küste von Hawaii sind etliche Netze angeschwemmt worden. Foto: Chris Pincetich/Marine Photobank Quelle: Presse
Kein seltener Bild: Eine Robbe hat sich in einem Treibnetz verfangen, USA, 2009. Foto: Kanna Jones/Marine Photobank Quelle: Presse

Merkel kündigte an, sie wolle gemeinsam mit den G7-Partnern einen Aktionsplan gegen die zunehmende Verschmutzung der Ozeane auf den Weg bringen. Die Meere seien mittlerweile zur „größten Mülldeponie der Welt verkommen“. Notwendig seien ferner klare Rahmenbedingungen für den Tiefsee-Bergbau. Weil sich Kupfer, Nickel, Kobalt oder die sogenannten Seltenen Erden auf dem Meeresgrund befänden, wecke der Tiefsee-Bergbau immer mehr wirtschaftliche Interessen.

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"Aber wir sollten auch den möglichen Tücken ins Auge sehen", mahnte Merkel. Nötig sei der Schutz der ohnehin verschmutzten Meere und der Rechte von Entwicklungsländern bei der Ausbeutung von Ressourcen auf hoher See. Die in Jamaika ansässige Behörde, die Lizenzen für die Ausbeutung des Meeresboden vergibt, arbeitet seit Jahren an einem Regelwerk.

Die Gipfeltreffen der G7 werden seit Jahren von den Wissenschaftsakademien der beteiligten Ländern begleitet. Federführend ist jeweils die Akademie des Gastgeberlandes - in diesem Jahr die Leopoldina mit Sitz in Halle in Sachsen-Anhalt.

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