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Wählergunst Umfrage: Grüne überholen Union – SPD, Linke und AfD verlieren an Zustimmung

Die Grünen verzeichnen den höchsten Umfragewert in der Geschichte des „Sonntagstrends“. Bei einer Kanzler-Direktwahl hätte Annalena Baerbock gute Chancen.

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Nach der Nominierung von Annalena Baerbock Anfang der Woche verzeichnen die Grünen einen Mitgliederboom. Quelle: dpa

Die Grünen haben einer Umfrage zufolge die Union in der Wählergunst überholt. Im „Sonntagstrend“ des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der „Bild am Sonntag“ legen die Grünen um sechs Prozentpunkte zu und kommen auf 28 Prozent. Das ist der Zeitung zufolge der höchste Grünen-Wert in der Geschichte des „Sonntagstrends“. Die Union verliert zwei Punkte und liegt nun bei 27 Prozent.

Auch die SPD büßt zwei Punkte ein und rutscht ab auf 13 Prozent – dem schlechtesten Wert seit August 2019. Linkspartei (7 Prozent) und AfD (10 Prozent) verlieren jeweils einen Punkt, die FDP bleibt bei 9 Prozent.

Kantar hat 1225 Menschen im Zeitraum vom 15. bis zum 21. April befragt. Am vergangenen Montag hatte der Grünen-Bundesvorstand Parteichefin Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin nominiert. In der Union hat sich CDU-Chef Armin Laschet nach einem Machtkampf gegen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder als Kanzlerkandidat durchgesetzt. Finanzminister Olaf Scholz steht schon länger als Kanzlerkandidat der SPD fest.

Nach der Nominierung von Baerbock als Kanzlerkandidatin Anfang der Woche verzeichnen die Grünen einen Mitgliederboom. Von Montag bis Freitag stellten nach Grünen-Angaben 2159 Menschen Beitrittsanträge. „Die Eintrittswelle in den letzten Tagen ist ein absoluter Rekord in der Parteigeschichte“, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner der Deutschen Presse-Agentur. „Es läuft rund bei uns und das macht mir gute Laune.“

Die Woche mit dem stärksten Interesse an einer Mitgliedschaft war laut Grünen bislang die nach der Europawahl im Mai 2019 mit 1598 Anträgen. Im Durchschnitt schwankt die Zahl der Anträge für eine Parteimitgliedschaft demnach pro Woche zwischen 150 und 300.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz spricht Mitkonkurrenten Eignung ab

Im vergangenen Jahr hatten die Grünen mehr als 10.000 Neumitglieder hinzugewonnen. Zum Jahreswechsel hatten sie mehr als 107.300 Mitglieder. „Ich begrüße alle neuen Mitglieder herzlich“, sagte Kellner. „Jetzt ist die richtige Zeit für einen neuen Aufbruch in diesem Land, für Klimaschutz, die Reduzierung von Ungleichheit und ein gemeinsames Europa einzutreten.“

Die Eintrittswelle zeige, dass sich viele Menschen nach Veränderung sehnten. „Ich freue mich sehr darauf mit so vielen Grünen wie noch nie in den Wahlkampf mit einer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zu starten.“

Bei einer Kanzler-Direktwahl hätte Baerbock gute Karten, wie eine weitere Umfrage ergab. Laut einer Insa-Befragung für die „Bild am Sonntag“ würden 30 Prozent Baerbock direkt wählen, Scholz käme auf 20 Prozent und Laschet auf 18 Prozent.

Scholz bezeichnete in der „Bild am Sonntag“ dennoch das Rennen als „völlig offen“ und sprach seinen Mitkonkurrenten die Eignung für das Kanzleramt ab. „Deutschland ist eines der größten und erfolgreichsten Industrieländer der Welt. Es sollte von jemandem geführt werden, der Erfahrung im Regieren hat, der nicht nur regieren will, sondern das auch wirklich kann“, sagte der Vizekanzler. „Ich bin der Kanzlerkandidat, der über die notwendige Erfahrung und Kenntnisse für diese Aufgabe verfügt. Das unterscheidet mich von meinen Wettbewerbern“, fügte Scholz hinzu.

Er rief zugleich Laschet auf, er solle „klar sagen, ob er sich traut, ohne sicheren Rückfahrschein in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Es geht um das wichtigste Amt im Land. Lauwarm geht da nicht.“

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