WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Wahl 2013 Merkel droht die Euro-Falle

Seite 2/2

Merkels Glück

Die zehn größten Euro-Lügen 2013
Francois hollande Quelle: dpa
Mario Draghi Quelle: dpa
José Manuel Barroso Quelle: REUTERS
Wolfgang Schäuble Quelle: AP
Martin Schulz Quelle: REUTERS
Antonis Samaras Quelle: dapd
Jean-Claude Juncker Quelle: dpa

Die Wähler könnten aber auch ganz anders reagieren. Sie könnten zweifeln und sich daran erinnern, dass

  • das Versprechen der Regierung zur Unverletzlichkeit der Spargelder just von der Regierung - und namentlich von der immer noch amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel – abgegeben wurde, die jetzt in den turbulenten Brüsseler Nächten sogar dem anfänglichen Angriff auf die Kleinsparer zugestimmt hatte.
  • dass sie nur zu gern geglaubt hatten, Europa sei nun mit den neuen Rettungsmechanismen auf gutem Wege und wenn schon nicht die Rente, dann doch wenigstens das Konto sicher. Und nun stellen sie fest, dass auf dem vermeintlich guten Weg jedenfalls nicht hinter der nächsten Biegung das Überwinden der Krise oder gar das Paradies warten, sondern kontinentweite Anfeindungen und immer weitere Zahlungsverpflichtungen.
  • dass, wie jeder spürt, die politische Spaltung Europas wieder tiefer wird – und die wirtschaftliche auch. Denn von Wettbewerbsfähigkeit und Leistungskraft her driften der Norden und der Süden des Kontinents immer weiter auseinander.

Bemerkenswert: Trotz all der Unsicherheiten, all der Pannen und der wachsenden Erkenntnis, dass die Krise zumindest noch nicht – und vielleicht mit den bisherigen Mitteln gar nicht – überwunden wird, kann SPD-Herausforderer Peer Steinbrück nicht punkten. Das hängt weniger mit seinem Fettnäpfchen-Dreisprung zusammen (denn inzwischen tritt er ja kaum noch öffentlich in Erscheinung), sondern damit dass er bei alldem dabei war. Erst beim Entfesseln der Finanzmärkte, dann beim Garantieversprechen. Und ob das Ziel der Sozialdemokraten, die europäischen Schulden zu vergemeinschaften, hierzulande ein echter Wahlkampfknüller wird, darf man getrost bezweifeln.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Merkels vorläufiges Glück: Die neu entstehende Partei „Alternative für Deutschland“ ist da noch keine. Zu unpolitisch und inhaltlich zu schmalbrüstig tritt die Truppe bislang an und auf – zumindest noch. Die Personen sind unbekannt und aufgrund ihres professoralen Hintergrundes nur bedingt Talkshow-tauglich. Merkels Merksatz „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ muss zwar nicht stimmen, aber er ist allemal eingängiger als der finanztechnische Nachweis, dass die Target-Salden auch Deutschland ruinieren können.

Die Deutschen werden in diesem Jahr einen merkwürdigen Wahlkampf erleben: Eine Kanzlerin und vier Parteien, die die wirtschaftlich höchst zweifelhafte Eurorettungspolitik eloquent verteidigen. Und eine aufkeimende Splitterpartei, die fast alle ökonomischen Argumente auf ihrer Seite hat, aber keine eloquent überzeugenden Personen. Und eine Linkspartei, der beides fehlt: ein überzeugendes Konzept und vertrauenerweckendes Personal.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%