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Wahlsager

Die Wahlrechts-Lüge

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Ausgleichsmandate hinzuzählen

Das alternative Kompetenzteam von Peer Steinbrück
Frank-Walter SteinmeierDer ehemalige Außenminister und jetzige Chef der SPD-Bundestagsfraktion ist einer der beliebtesten Politiker des Landes: sachlich, ruhig, angesehen über alle Parteien. Ins K-Team, so die Absprache mit Steinbrück, sollte und wollte er nicht – stattdessen will  er aus seiner Parlamentsrolle Wahlkampf machen. Das aber bisher eher unauffällig. Quelle: dpa
Olaf ScholzDer einstige SPD-Generalsekretär mit dem Spitznamen „Scholzomat“ hat sich in Hamburg zum unumstrittenen Bürgermeister entwickelt. Mit Forderungen nach bezahlbaren Mieten und Konzepten gegen Wohnungsnot hat Scholz die Wähler  überzeugt, die meisten sozialdemokratischen Konzepte für den Bundestagswahlkampf berufen sich auf Hamburger Ideen. Für dieses Thema wäre Scholz der beste Verkäufer gewesen. Quelle: dpa
Franz MünteferingWeniger für die Abteilung Verkopft, aber für das empfindsame sozialdemokratische Herz wäre der ehemalige SPD-Vorsitzende und Vizekanzler a.D. Müntefering der ideale Kandidat. Aus dem Bundestag scheidet der 73-Jährige in diesem Herbst zwar endgültig aus – aber kaum ein lebender Genosse steht so sehr für reformorientierte Politik gepaart mit sozialem Bewusstsein. Quelle: REUTERS
Jörg AsmussenJung, smart, belastbar: Peer Steinbrück und Jörg Asmussen kennen sich bestens aus gemeinsamen Jahren im Bundesfinanzministerium. Asmussen war als Staatsekretär Steinbrücks Ein-Mann-Kompetenzzentrum nach dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers im September 2008. Heute ist Asmussen aber lieber Mitglied im EZB-Direktorium als einer wenig aussichtsreichen Kampagne anzugehören. Quelle: REUTERS
Klaus von DohnanyiDohnanyi, von 1981 bis 1988 Bürgermeister in Hamburg, wäre so etwas wie ein Helmut-Schmidt-Double im Steinbrücks Kompetenzteam: ein kluger, streitbarer und unabhängiger Kopf für die weiten Linien jenseits des tagesaktuellen Theaterdonners. Natürlich: Mit fast 85 Jahren kein Mann mehr für ein zukünftiges Kabinett – aber ein Sozialdemokrat mit Strahlkraft weit über das angestammte Milieu hinaus. Quelle: dpa/dpaweb

Um die endgültige Sitzverteilung zu errechnen, müssen dann die Ausgleichsmandate hinzugezählt werden. Dazu wird zunächst für jede Partei ein „Zielanteil“ an den Sitzen im Parlament errechnet. Dafür fallen die Prozentpunkte der Parteien, die es nicht ins Parlament geschafft haben, weg. Der Anteil an den verbleibenden Prozentwerten ergibt dann den Zielwert. Im aktuellen Szenario (plus FDP) müsste die SPD beispielsweise statt auf 25,3 Prozent (Stimmanteil) auf 27,6 Prozent Sitzanteil kommen.

Der Wert der Partei mit den meisten Überhangmandaten wird dann als Zielmarke verwendet. In dem Fall entsprechen die  32,5 Prozent der CDU (ohne Bayern) einer Sitzzahl von 220. Für die anderen Parteien ergeben sich folgende Werte:

Das entspricht Ausgleichmandaten und einer Gesamtsitzzahl von:

 

 

Sitzanteil im Parlament

Sitze gesamt

davon Ausgleichmandate

CDU

35,4

220

0

CSU

8,4

52

3

SPD

27,6

172

6

FDP

5,4

34

1

Grüne

15,4

96

5

Linke

7,8

48

1

gesamt

622

16

 

Im Vergleich zu den aktuellen Zahlen von 622 also alles andere als ein Ausreißer nach Oben. Selbst für den Fall, dass sich das Verhältnis zwischen SPD und CDU noch um die genannten fünf Prozent verschöbe, ergäben sich neben den 21 Überhangmandaten nur 41 Ausgleichsmandate und der Bundestag würde 661 Parlamentarier fassen.

 

 

Sitzanteil im Parlament

Sitze gesamt

davon Ausgleichmandate

CDU

31

205

0

CSU

7,3

48

3

SPD

32,9

218

22

FDP

5,5

36

3

Grüne

15,4

102

11

Linke

7,9

52

3

gesamt

661

42

 

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