WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Wahltrend SPD fällt auf 25 Prozent

Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend hat die SPD erneut Einbußen in der Wählergunst hinnehmen müssen. Damit hat die Union einen so großen Vorsprung wie seit acht Jahren nicht mehr. 81 Prozent der Deutschen glauben, dass Angela Merkel die Wahl gewinnt.

Wenn Peer Steinbrück Klartext spricht
Die Grünen stoßen mit ihrer Idee eines fleischlosen Tags in den Kantinen auf Widerspruch. Auch SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatte sich im Zuge eines Wahlkampfauftritts im BR-Fernsehen von seinem Wunschpartner Grüne mit dem ironischen Satz distanziert: "Die haben noch nicht mitgekriegt, dass es jetzt um die Wurst geht." Quelle: dpa
Zurück aus dem Urlaub gab Steinbrück der „Süddeutschen Zeitung“ Mitte August 2012 ein ausführliches Interview. Thema Nummer 1 war selbstverständlich die Euro-Krise. Zu dem Vorstoß von SPD-Chef Sigmar Gabriel, dass die Euro-Länder auf längere Sicht gemeinsam für ihre Schulden haften sollten, sagte Steinbrück: „Wenn Europa die richtige Antwort auf die Katastrophen des 20. Jahrhunderts ist, und wenn Europa die richtige Antworten auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist, dann wird sich dieses Europa einig aufstellen müssen.“ Quelle: rtr
Wenig später greift Steinbrück in dem Interview die Regierungskoalition an: „Wir sind im Zeitalter der Rettungsschirme längst in einer Haftungsgemeinschaft, an der die verbalen Kraftprotze von Union und Liberalen mitgewirkt haben. Umso dümmlicher sind die Vorwürfe von FDP und CSU, die SPD plädiere für einen ,Schuldensozialismus’.“ Quelle: dapd
Mit seinen 65 Lenzen sieht Peer Steinbrück in seinem Alter kein Hindernis für eine Kanzlerkandidatur. „Erfahrung und ein gutes Rüstzeug sind vielleicht mehr denn je nachgefragte Qualitäten. Offensichtlich erscheine ich vielen noch nicht als politisches Auslaufmodell“, sagte er Ende Juli der Zeitung „Bild am Sonntag“. Quelle: rtr
Auf dem SPD-Parteitag in Berlin Äußerte sich Peer Steinbrück zu den Steuersenkungsplänen der schwarz-gelben Regierung: „Diese sind nichts anderes als ein Pausentee für die FDP auf der Wegstrecke zur nächsten Wahl – manche sagen Abführtee. Ich nehme an, dass sich Wolfgang Schäuble jeden Tag in der Adventszeit eine, vielleicht zwei Kerzen ins Fenster stellt, damit die SPD im Bundesrat diesen Schwachsinn verhindert“. Quelle: rtr
Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach Steinbrück ab, die europäische Geschichte zu verstehen. Sie habe keinen Zugang zur „europäischen Story“, sagte er auf dem Parteitag im Dezember 2011 in Berlin. Mit Blick auf Merkels Studium ätzte er: „Europa ist nicht Physik“. Quelle: rtr
Steinbrück über die FDP und ihren neuen Vorsitzenden Philipp Rösler ("Bild" vom 26.09.2011): "Eine Primanerriege, Leichtgewichte wohin man blickt. Bei manchem Interview von FDP-Chef Rösler denke ich: Das ist eine alte Loriot-Aufnahme. Diese Unbedarftheit und Naivität – Entschuldigung, wir reden hier vom deutschen Wirtschaftsminister und Vizekanzler." Quelle: rtr

Die SPD verliert in einer neuen Umfrage immer weiter an Boden. Im am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend ist der Abstand zwischen Union und SPD mit 17 Punkten so hoch wie seit Juni 2005 nicht mehr.

Die Union legt um einen Punkt auf 42 Prozent zu, die SPD verliert einen Punkt auf 25 Prozent. Die Grünen kommen auf 14 Prozent (+1). Die Linke verharrt bei 7 und die FDP bei 4 Prozent.

Damit würde Rot-Grün mit 39 Prozent hinter der Union liegen, die aber wegen der Schwäche der FDP keine erneute schwarz-gelbe Koalition bilden könnte.

Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die nächste Regierung anführen wird, glauben 81 Prozent der Deutschen - nur 13 Prozent rechnen mit einem SPD-Kanzler Peer Steinbrück. 31 Prozent der Befragten rechnen mit der Bildung einer großen Koalition, fast ebenso viele (30 Prozent) mit der Fortführung des schwarz-gelben Bündnisses.

An Rot-Grün glauben nur 9 Prozent (-19). Während Merkel in der Liste der populärsten Spitzenpolitiker mit 67 Prozent Zustimmung auf Platz 1 liegt, rangiert Steinbrück mit 32 Prozent Zustimmung (-4) weit hinten.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Steinbrück setzt angesichts der anhaltend schwachen Umfragewerte auf einen Stimmungsumschwung in den letzten eineinhalb Monaten des Wahlkampfs. „Wahlen werden entschieden über Wahlkampf und die Fähigkeit von Parteien zu mobilisieren“ und nicht über Umfragen, sagte er am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. „2005 war die CDU zweieinhalb Monate vor der Wahl bei 48, 49 Prozent - und sie sind bei 35 rausgekommen und wir bei 34. (...) Es wird darauf ankommen zu mobilisieren in den letzten fünf, sechs Wochen.“

Zugleich verteidigte Steinbrück die Investitions- und Besteuerungspläne seiner Partei. Er verwies darauf, dass die geplanten 80-Milliarden-Euro-Investitionen in Bildung und Infrastruktur aufgebracht werden sollten durch höhere Steuern für die oberen fünf Prozent Besserverdienenden, die Streichung des Betreuungsgelds und ökologisch falscher Anreize im Steuersystem. „Wir sind nicht spendabel, wir sind solide“, sagte Steinbrück. „Die CDU hat etwas vorgelegt, was keinerlei Finanzierungsvorschläge enthält. Wir wissen genau, wie wir es finanzieren.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%