Wehrpflicht Jeder dritte Deutsche für Wiedereinführung

Vor fünf Jahren wurde die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Die damalige Begründung der Bundesregierung: Sie sei sicherheitspolitisch und militärisch nicht mehr zeitgemäß. Die Zeiten haben sich aber geändert.

So marode ist die Bundeswehr
Aufklärungsjets am BodenImmer neue Einsätze stellen Deutschlands Armee vor Herausforderungen. Immer wieder kommt es dabei auch zu Problemen mit dem Material. So waren die deutschen
Kampfjets ohne RaketenBeim Nachfolgemodell Eurofighter sind immerhin schon 55 Prozent der 109 Kampfjets einsatzbereit. Dieser Wert lag im vergangenen Jahr aber noch bei 57 Prozent. Wie im November bekannt wurde, fehlt es der Bundeswehr allerdings an Raketen für ihre Flugzeuge: Insgesamt 82 radargelenkte Amraam-Raketen besitzt die Bundeswehr, berichtet die
Hubschrauber mit TriebwerksschädenNoch schlechter steht es um die Hubschrauber-Flotte: Nur 22 Prozent der Transporthubschrauber des Typs NH90 der Bundeswehr sind einsatzbereit. Der Hubschrauber hat vor allem Probleme mit seinen Triebwerken: 2014 musste ein Pilot auf dem Stützpunkt in Termes in Usbekistan notlanden, weil ein Triebwerk explodiert war. Eigentlich hat sich die Bundeswehr das Ziel gesetzt, dass 70 Prozent der zur Verfügung stehenden Bestandes für den täglichen Dienst nutzbar sein soll. Doch insbesondere bei ihren Fluggeräten verfehlt die Bundeswehr diesen Werte oft deutlich. Quelle: dpa
Flügellahmes FluggerätSo ist nur jeder vierte Schiffshubschrauber
Transportflugzeuge mit LieferschwierigkeitenUnd von den Transportflugzeugen
Panzer mit BremsproblemenDie Bodenausrüstung findet sich zwar in besserem Zustand als die Flugsysteme der Bundeswehr. Aber auch hier gibt es Probleme, zum Beispiel beim Panzer
Das Skandal-GewehrDas Dauerthema bleibt jedoch das Pannengewehr G36: Das Sturmgewehr des Herstellers Heckler und Koch soll bei hohen Temperaturen nicht mehr präzise schießen, Verteidigungsministerin von der Leyen erklärte daraufhin, das Gewehr habe bei der Bundeswehr keine Zukunft. Rund 180 Euro hat die Bundeswehr für die insgesamt 178.000 Gewehre bezahlt. Die Aufklärung der Affäre bindet viele Kapazitäten im Ministerium: Insgesamt vier Kommissionen befassen sich mit dem Skandal. Ab 2019 soll ein neues Sturmgewehr das G36 ablösen. Quelle: dpa

Angesichts wachsender Bedrohungen ist jeder dritte Deutsche für die Wiedereinführung der vor fünf Jahren ausgesetzten Wehrpflicht. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Deutsche Presse-Agentur sprachen sich 36 Prozent für einen solchen Schritt aus. 49 Prozent waren dagegen, 15 Prozent machten keine Angaben.

In Westdeutschland sind die Befürworter der Wehrpflicht mit 37 Prozent etwas zahlreicher als im Osten mit 32 Prozent. Weiteres Ergebnis der Umfrage: Je älter die Befragten und je geringer ihr Bildungsstand, desto größer sind die Sympathien für den Pflichtdienst bei der Bundeswehr.

Die Wehrpflicht war zum 1. Juli 2011 nach 55 Jahren ausgesetzt worden, weil die Bundesregierung keine sicherheitspolitische und militärische Begründung mehr dafür sah. Der Pflichtdienst ist aber weiterhin im Grundgesetz verankert und kann mit einem einfachen Gesetz wiedereingeführt werden.

Braucht die Bundeswehr mehr Geld?

Nach der Aussetzung der Wehrpflicht hat sich die Sicherheitslage vor allem durch die Ukraine-Krise und den Vormarsch der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verschlechtert.

An der Umfrage nahmen zwischen dem 24. und 27. Juni 2054 Personen teil.

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