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Weniger Falschgeld im Umlauf Blüten unter der Lupe – dem Falschgeld auf der Spur

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Am häufigsten wird der Zwanziger gefälscht

Interessant wird sein, wenn voraussichtlich 2014 oder 2015 der neue Zwanziger eingeführt wird. „Wir hoffen, dass der neue Zwanziger weniger gefälscht wird als der alte“, sagt Elm. Denn während nach der Einführung des Euros 2002 vor allem Fünfziger imitiert wurden, ist jetzt der Zwanziger die am häufigsten gefälschte Banknote, mehr als 40 Prozent der Blüten sind Zwanziger. Denn in der Regel versuchen die Fälscher ihre Ware im Einzelhandel loszuwerden und das echte Wechselgeld dafür zu kassieren – während bei kleinen Scheinen für die Fälscher wenig Wechselgeld zu holen ist, werden größere Scheine wie der Fünfziger von vielen Kassierern bereits genauer beäugt. Der Zwanziger hat sich da offenbar als guter Kompromiss erwiesen. Das dürfte auch bei der neuen Europa-Serie nicht viel anders sein.

Jeder dritte Deutsche sehnt sich nach der D-Mark
Der Fünf-Euro-Schein zeigt Bettina von Arnim: Vor allem Menschen zwischen 40 und 49 Jahren sind skeptisch. Hier wünscht sich knapp die Hälfte der Befragten die alten Zahlungsmittel zurück. Quelle: Bundesbank
In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen sind lediglich 16 Prozent skeptisch gegenüber dem Euro. 35 Prozent der 60-bis 69-Jährigen wünschen sich die D-Mark ebenfalls zurück. Quelle: Bundesbank
Annette von Droste-Hülshoff ziert den 20 D-Mark-Schein: Besonders Arbeiter und Hausfrauen trauern der D-Mark nach; Schüler und Studenten hingegen nur in ganz geringem Maße. Quelle: Bundesbank
"Früher war alles besser" sagen mit 37 Prozent vor allem Menschen, die mit einem Netto-Einkommen zwischen 1000 und 2000 Euro leben. Sie sind die D-Mark-Liebhaber unter den Deutschen. Quelle: Bundesbank
Unter denjenigen, die mehr als 4000 Euro im Monat verdienen, sind lediglich 21 Prozent D-Mark-Liebhaber. Sie machen sich schlicht keine Gedanken darüber. Quelle: Bundesbank
Zum Thema Inflation: Der Aussage "Durch die Inflation werden die Sparer schleichend enteignet" stimmten lediglich 34 Prozent zu. Quelle: Bundesbank
Rund die Hälfte der 60- bis 69-jährigen Befragten stimmt der Aussage nach der Enteignung allerdings zu - das ist der höchste Wert. Lediglich 28 Prozent in den Altersklassen der 18 bis 49-Jährigen ist davon überzeugt. Quelle: Bundesbank

Nicht nur Scheine werden gefälscht

Auch die Zahl der Münzfälschungen ist im ersten Halbjahr dieses Jahres leicht um 1000 Münzen zurück gegangen. Insgesamt gab es in Deutschland 2012 immerhin 52.000 gefälschte Münzen. „Davon sind rund 80 Prozent Zwei-Euro-Stücke“, sagt Markus Floeth. Floeth ist im Mainzer Analysezentrum für die Untersuchung der falschen Münzen zuständig, für ihn das einzig wahre Falschgeld. Dass er für Münzen mehr übrig hat als für Scheine, trägt Floeth auch deutlich zur Schau: ein leuchtender Pfennig ziert seine Krawattennadel.

Eins ist beiden Abteilungen dennoch gemein. Immer wieder sind die Mitarbeiter in Mainz schockiert, wie wenig sich die Leute mit dem Geld auskennen, was sie in ihrem Portemonnaie haben. „Kaum einer kennt zum Beispiel die Randschrift des Zwei-Euro-Stücks“, sagt Münzexperte Markus Floeth. Obwohl wir damit fast täglich unseren Kaffee und unsere Zeitung bezahlen, schenken wir gerade den Münzen wenig Aufmerksamkeit. Kollege Elm stimmt ihm zu. „Was nützen uns die besten Sicherheitsmerkmale, wenn keiner sie kennt“.

Deutschland



Die falschen Münzen versuchen die Fälscher laut Floeth vor allem an Automaten loszuwerden, beispielsweise um Zigaretten zu kaufen. Die machen sie auf dem Schwarzmarkt dann wieder zu Geld. „Dahinter stecken oft organisierte Strukturen“, sagt Floeth. Je besser die Prüfgeräte der Automaten seien, desto weniger Münzfälschungen gebe es. Allerdings gebe es mehr Probleme mit ausländischen Münzen als mit gefälschten. Denn für ein ungeübtes Auge sehen zehn thailändische Baht (Wert: knapp 0,25 Euro) einem Zwei-Euro-Stück zum Verwechseln ähnlich. Betrüger nutzen das immer wieder aus. In Thailand ist schon ein richtiger Handel mit Baht-Stücken für Europa entstanden.

Elm nimmt den anfangs unter dem Mikroskop untersuchten Zwanziger, bei dem die kleinen Ziffern in „EYPΩ“ fehlen, und schreibt eine Zahl drauf. Das ist wichtig, damit auch die Kollegen wissen, um welche Kategorie von Fälschung es sich handelt.

Mit ihrem umfangreichen Wissen über Falschgeld wären er und seine Kollegen eigentlich die ideale Verstärkung für eine Fälscherbande. Einen derartigen Seitenwechsel habe es aber noch nie gegeben, versichern die Kollegen.

 

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