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Weniger Falschgeld im Umlauf Blüten unter der Lupe – dem Falschgeld auf der Spur

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Hochsensible Maschinen schlagen Alarm

Anhand der zahlreichen Sicherheitsmerkmale der Scheine lässt sich so schnell die Kategorie der Blüte erkennen. Denn entgegen den Erwartungen steht die Frage, ob ein Schein wirklich falsch ist, für die Geldforscher der Bundesbank nicht im Mittelpunkt. Das klären normalerweise andere, beispielsweise hochsensible Sortiermaschinen, die im Ernstfall sofort Alarm schlagen. Elm und seine Kollegen sind vielmehr dazu da, die Blüten anhand von Merkmalen zu kategorisieren. Rund 4000 verschiedene Fälschungsklassen haben sie identifiziert.

Das sind die neuen Euro-Banknoten
Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte die neue "Europa"-Serie der Euro-Scheine im Januar in Frankfurt vor. EZB-Präsident Mario Draghi unterzeichnete symbolisch eine Fünf-Euro-Note und erklärte, die neuen Scheine seien noch haltbarer und sicherer vor Fälschungen. Die neuen Fünf-Euro-Scheine kommen ab dem 2. Mai in Umlauf, die anderen Noten folgen nach und nach. Die neue Serie ähnelt stark der bisherigen, verfügt aber über zusätzliche Sicherheitsmerkmale. Alle alten Euro-Scheine behalten zunächst ihre Gültigkeit. Quelle: dapd
Mehr als zehn Jahre ist es bereits her, dass die ersten Euro-Banknoten ausgegeben wurden. Mit der Zeit sind jedoch auch immer mehr gefälschte Euro-Banknoten in Umlauf gebracht worden – und die Fälschungen wurden zudem immer besser. Dabei hatten die Geldscheine bei ihrer Einführung noch als fälschungssicher gegolten. Im Hologrammband sollen die neuen Scheine ein Porträt der Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie und Namensgeberin unseres Kontinents – tragen. So ist Europa unter anderem als Hologramm im Sicherheitsstreifen zu sehen. Dieser wurde neu gestaltet und verbessert. Die EZB bezeichnet die neue Europa-Serie als das Ergebnis von Fortschritten, die in den mehr als zehn Jahren seit der Einführung der ersten Euro-Serie im Bereich Banknoten-Technologie erzielt wurden. Quelle: © Europäische Zentralbank Quelle: Presse
Die Sicherheitsmerkmale konnten weiter verbessert werden; die neuen Euro-Geldscheine werden somit fälschungssicherer sein. Im November 2012 präsentierte die Zentralbank drei der neuen Sicherheitsmerkmale – etwa das Porträt-Wasserzeichen.
Der aufgedruckte Wert der Banknote soll seine Farbe von smaragdgrün in ein tiefes Blau ändern, wenn man den Geldschein etwas neigt. Einen ersten kompletten Geldschein mit den neuen Sicherheitsmerkmalen stellte die EZB im Januar 2013 der Öffentlichkeit vor. Quelle: © Europäische Zentralbank Quelle: Presse
Weitere Neuerungen: An beiden Rändern auf der Vorderseite des 5-Euro-Scheins ist eine Art Riffelung aufgebracht. Das Kürzel für die Europäische Zentralbank ist in neun Sprachen aufgedruckt, bisher waren es fünf. Zudem steht es auf der Vorderseite nicht mehr oben, sondern am linken Rand des Scheins. Und die Oberfläche des Scheins ist wegen einer Speziallackierung relativ glatt. Quelle: dpa
Anfangs werden die beiden Euro-Banknotenserien parallel zueinander im Umlauf sein, dann wird die erste Serie allmählich aus dem Verkehr gezogen und verliert letztlich den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Zeitpunkt, zudem dies erfolgt, wird weit im Voraus bekannt gegeben. Ihren Wert behalten die Banknoten der ersten Serie für immer und können daher jederzeit bei den nationalen Zentralbanken des Eurosystems – hierzulande bei der Bundesbank und ihren Zweigstellen - umgetauscht werden. Quelle: dpa

„Indem wir versuchen herauszufinden, wie der Fälscher vorgegangen ist, wollen wir die Hintergründe zur Fälscherwerkstatt identifizieren, aus der die Scheine kommen“, sagt Martin Weber, einer von Elms Kollegen. Deshalb werden die falschen Scheine nach ihren Merkmalen kategorisiert. Denn: „In Deutschland kommt rund zwei Drittel des gesamten Falschgeldes aus fünf bis sechs Fälscherwerkstätten“, sagt Elm. Der Markt werde von organisierten Banden dominiert, Gelegenheitsfälscher seien dagegen die Ausnahme.

Ab in die Katakomben

Einmal kategorisiert wird jeder Schein in Mainz mit einer Nummer versehen und in den Katakomben des Analysezentrums eingelagert. „In unserem Lager gibt es ein ganzes Asservat voll mit Falschgeld“, erklärt Elm. Insgesamt füllten die Blüten dort rund 50 Quadratmeter. Das ist immerhin eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung gefüllt mit Geldscheinen. Als Beweismittel muss die Bundesbank die Scheine 20 Jahre lang aufbewahren. Um nicht völlig den Überblick zu verlieren, wird jeweils eine Beispiel-Blüte als Ansichtsexemplar in einem Raum voller Ordner archiviert.

„VBNA“ steht auf dem interessantesten aller Ordner – veränderte Banknotenausführungen. Manche der hier einsortierten Scheine sehen noch nicht mal auf den ersten Blick aus wie echte Geldnoten, etwa Dollarscheine mit leicht bekleideten Frauen, die stark an das Trinkgeld eine Pole-Tänzerin erinnern. Ebenfalls in den Ordner geschafft haben es ein Elf-Euro- sowie ein Dreihundert-Euro-Schein. Letzterer wurde laut Weber „über vierzig Mal“ im Handel akzeptiert.

Jagd nach Platten 

Das erklärte Ziel der Fälscher sind die Druckplatten. Damit, so die landläufige Meinung, lassen sich die besten Blüten erstellen. Mehrfach diente die Jagd nach den Platten schon als Krimi-Plot, erst vor einigen Wochen waren die Stuttgarter Tatort-Kommissare Lannert und Bootz Platten-Räubern auf der Spur. Martin Weber kann über solche Imitationsversuche nur lächeln. „Ohne die entsprechenden Maschinen sind die Platten wertlos“, sagt er.

Trotzdem ersinnen die Experten aus Angst vor mehr Fälschungen immer mehr Sicherheitsmerkmale für die Euro-Noten. Die Scheine der neuen Euroserie „Europa“ sollen nicht nur langlebiger sein als ihre Vorgänger, sondern auch schwieriger zu fälschen. Dafür sorgen neue Details, wie die fühlbar eingestanzten Linien am linken Rand. Dennoch sei bereits eine Handvoll gefälschter neue Fünfer im Analysezentrum eingegangen. Einen davon hat Weber in seiner roten Mappe mit den Beispiel-Blüten. Allerdings gilt: Je neuer der Schein, desto schlechter das Imitat. Schnell wird klar, dass es sich bei dem angeblichen neuen Fünfer um eine billige Kopie handelt. Nicht nur die Farben, auch das Papier stimmt nicht mit dem Original überein. „Bei den Fünfern bekommen wir in der Regel mehr verdächtige echte als falsche Geldscheine zur Analyse", sagt Weber.

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