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Wie mit der AfD umgehen? „Eine Regierungsbeteiligung wäre der härteste Existenztest“

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Warum die CDU mehr wie die CSU sein sollte

Sie fordern, die etablierten Parteien sollten Begriffe wie „Deutschland“, „Heimat“, „Fremdenangst“ und „Anti-Islamismus“ im Gespräch mit AfD-Anhängern aufgreifen. Heißt das, die Parteien sollen auch einen Teil des Programms der AfD übernehmen?

Wenn man Begriffe wie Heimat verwendet, wird man heute schon als rechts bezeichnet. Das darf nicht sein. Im Bundestagswahlkampf 1976 haben wir mit dem Slogan ‚Aus Liebe zu Deutschland‘ für die CDU geworben. Diese Kampagne wäre heute nicht mehr möglich. Das bedaure ich. Wir dürfen Begriffe wie Heimat oder Deutschland nicht der AfD überlassen, sondern müssen lernen, uns wieder auf sie zu beziehen.

Die CDU sollte wieder weiter nach rechts rücken? Ihre Parteikollegen Julia Klöckner und Guido Wolf sind damit im Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz kläglich gescheitert.

Sie sind gescheitert, weil sie das Programm kurz vor den Wahlen geändert haben. Wir müssen weniger unser Programm als unsere Tonalität und Wortwahl  ändern…

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    Die Sprüche der AfD

    …so wie die CSU?

    Ja, die CSU schafft es auf jeden Fall viel besser auf das Thema Heimatliebe einzugehen und sich als eine Partei der Bayern, ihrer Wähler, zu präsentieren. Deshalb ist die AfD in Bayern auch nicht so stark wie in anderen Bundesländern.

    Sie sind überzeugt, dass die etablierten Parteien deutlich bessere Spitzenpolitiker als die AfD haben. Sollten die Parteien demnach im Wahlkampf mehr auf Personen und weniger auf Inhalte setzten? Angela Merkels Beliebtheitswerte sind im vergangenen Jahr ja eher gesunken.

    Ja, aber was wäre die CDU ohne Angela Merkel? Die Persönlichkeiten der etablierten Parteien wirken im Wahlkampf deutlich stärker als die der AfD, die nicht wegen einer Frauke Petry oder eines Alexander Gaulands gewählt wird. Die Partei wäre viel gefährlicher, wenn sie stärkere Spitzenpolitiker hätte. Wer heute Wahlkampf macht, sollte gerade im Kampf gegen die AfD noch stärker auf Gesichter setzen.

    Wie die etablierten Parteien mit der AfD umgehen

    Wenn die Parteien Ihre Strategien umsetzen, verschwindet dann die AfD wieder in der Versenkung?

    Nein, die AfD wird bleiben. Die Frage ist, wie groß die Partei wird. Wird sie eine kleine Partei oder eine Volkspartei, so wie es derzeit scheint. Wenn sie mitregiert, könnte sie vor allem zu einer gemäßigten rechtskonservativen Partei werden.

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