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Wilhelmshaven Eine Stadt im Flüssiggas-Fieber

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Größter Flüssiglieferant ist Katar

Eines der größten europäischen LNG-Terminals findet sich in Rotterdam. Dort landen auch Schiffe aus aller Welt mit ihren Flüssiggastankern an. Mit LNG kommt mehr Wettbewerb in den Gasmarkt. Weltweit größter Flüssiggaslieferant ist derzeit Katar, ein Drittel der weltweiten Exporte kommen aus dem Emirat.

Wenn es nach John H. Niemann geht, soll Flüssiggas, egal ob aus Katar, Australien oder den USA künftig auch direkt nach Deutschland geliefert werden. Er arbeitet an einem Plan, wonach in Wilhelmshaven das erste deutsche LNG-Terminal entstehen soll, ganz in der Nähe vom Jade-Weser-Port, seinem ersten Herzensprojekt. Die Idee dazu schwirrt seit fast 40 Jahren durch die Stadt. Die Ruhrgas AG, später Eon und heute Uniper, hatte den Plan einst verfolgt, aber nie umgesetzt.

„Die Genehmigungen sind immer noch gültig, die Bauarbeiten könnten morgen beginnen“, sagt Niemann. Auch bei der Wilhelmshavener Nord-West Ölleitung GmbH gibt es Überlegungen für ein Terminal. Doch was fehlt, ist die Überzeugung, dass sich das Vorhaben rechnet.

Das schleswig-holsteinischen Brunsbüttel, keine 150 Kilometer von Wilhelmshaven entfernt, ist ebenfalls im LNG-Fieber. Der niederländische Konzern Gasunie kann sich vorstellen hier ein Terminal zu errichten. Im kommenden Jahr soll die Entscheidung fallen, zu Beginn der 2020er Jahre könnte der Betrieb losgehen. Kosten von rund 450 Millionen Euro sind im Gespräch.

Severin Fischer von der ETH Zürich bezweifelt, ob ein deutsches Terminal wirklich notwendig. „Deutschland kann auch über das Terminal in Rotterdam versorgt werden“, sagt Fischer. Ob LNG jemals preislich konkurrenzfähig zum russischen Gas wird, hängt laut Fischer von China und Indien ab. „Je mehr LNG die Chinesen und Inder brauchen, desto teurer wird der Preis.“

Wenn die beiden Länder ihre Versprechen einhalten, der Kohle abschwören und auf Gas für den Übergang hin zu den erneuerbaren Energien setzen, ist das zwar gut für das weltweite Klima. Die Europäer hätten bei der LNG-Versorgung aber wohl das Nachsehen, auch wenn heute noch niemand seriös vorhersagen kann, wer in Zukunft wie viel LNG benötigen wird.

John H. Niemann in Wilhelmshaven kennt die Einwände. An seinen Plänen hält er dennoch fest. „Über Wilhelmshaven kann das Gas extrem schnell ins deutsche und europäische Pipelinenetz kommen“, sagt Niemann. Sein Hafenwirtschaftsverein arbeitet nun an einer Studie, die zeigen soll, dass Wilhelmshaven der beste Standort ist.

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