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Wirbel um Nestlé-Video Julia Klöckner trifft am häufigsten Lebensmittelhändler und Fleischproduzenten

Exklusiv
Julia Klöckner traf sich seit Amtsantritt besonders häufig mit Händlern wie Rewe. Quelle: dpa

Julia Klöckner handelte sich mit ihrem Nestlé-Video Ärger ein. Eine Erhebung zeigt: Die Ernährungsministerin traf sich seit ihrem Amtsantritt besonders häufig mit Händlern wie Rewe und Fleischproduzenten wie Tönnies.

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Seit ihrem Amtsantritt hat sich Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) zwölf Mal mit Vertretern von 18 Lebensmittelkonzernen getroffen – besonders häufig kam sie mit Händlern wie Rewe und Fleischproduzenten wie Tönnies zusammen. Das ergab eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Katharina Willkomm, die der WirtschaftsWoche vorliegt.

Zuletzt war Klöckner für ein Video mit dem Nestlé-Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch kritisiert worden, das bei einem dieser Treffen entstanden war. Darin lobte sie den Konzern für sein Engagement für Lebensmittel mit weniger Salz, Fett und Zucker.

Klöckner sei zu wünschen, dass bei den Besprechungen nicht „mehr Werbevideos entstanden“ seien, sagte Willkomm, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der FDP, der WirtschaftsWoche. Dass die Ministerin sich regelmäßig mit Konzernen treffe, sei nicht zu beanstanden – insofern sie auch „den Anliegen kleinerer Produzenten, die sich auf regionale oder ökologisch orientierte Märkte konzentrieren, Zeit und Aufmerksamkeit schenkt“.

Wenn Politiker für Konzerne posieren
Wegen eines gemeinsamen Videos mit dem führenden Nestlé-Manager Marc-Aurel Boersch ergießt sich über Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) eine Welle der Kritik. Quelle: Screenshot Video, Twitter BMEL
Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wollte vor wenigen Monaten wissen, wie viele Fairtrade-Produkte beim Discounter Lidl schon im Regal stehen Quelle: Presse
Der damalige Grünen-Chef Cem Özdemir überzeugte sich Anfang 2017 vom Einkauf ohne Plastiktüte bei der Rewe-Tochter Penny Quelle: imago images
Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) informierte sich im Sommer 2017 in einem Kölner Rewe-Markt. Quelle: BMU / Ute Grabowsky
Als Rewe im Sommer 2016 ankündigt, die Plastiktüte abzuschaffen, kommt die damalige Umweltministerin Barbra Hendricks persönlich vorbei. Quelle: Rewe
Im Mai 2013 startete die damalige Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ein Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung Quelle: dpa Picture-Alliance
Renate Künast (Grüne) setzte sich als Landwirtschaftsministerin besonders für Bio-Produkte ein. Als McDonald’s ab Juni 2003 auch Bio-Milch ausschenkte, lobte Künast die Fastfoodkette. Quelle: dpa Picture-Alliance

Am häufigsten traf sich Klöckner mit Vertretern von Lebensmittelhändlern und Fleischherstellern, um über ein Tierwohlkennzeichen zu sprechen: Es soll Käufer darüber informieren, wie Tiere vor dem Schlachten gehalten wurden. Die Bundesministerin will sich mit der Branche auf ein freiwilliges Label einigen. Andere, wie Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast aus Niedersachsen, fordern eine verpflichtende Kennzeichnung.

Außerdem kam Klöckner in den vergangenen Monaten mit Vertretern der Zuckerwirtschaft zusammen. Während einer Kakaokonferenz in Berlin gab es zudem ein Treffen mit Vertretern des verschwiegenen Mars-Konzerns. Meist fanden die Gespräche zwischen der Ministerin und mehreren Unternehmensleuten statt. Ein Einzeltreffen gab es außer für Nestlé-Mann Boersch nur für Edeka-Lenker Markus Mosa.

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