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Wirecard-Ausschuss am 19. November 2020 Der bizarre Auftritt von Ex-Wirecard-Chef Markus Braun

Quelle: ddp images

Im Wirecard-Untersuchungsausschuss präsentierte sich der langjährige Firmenchef als Opfer – und der frühere Dubai-Statthalter von Wirecard entschuldigte sich bei den geschädigten Anlegern.

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Thema des Tages:
Vorgänge im Top-Management von Wirecard

Zeugen:
- Markus Braun, ehemaliger Vorstandschef von Wirecard
- Oliver B., langjähriger Dubai-Statthalter von Wirecard

Markus Braun präsentierte sich bei seiner Vernehmung als Opfer im Wirecard-Skandal (lesen Sie hier den WiWo-Bericht zu Brauns Auftritt.) Die Staatsanwaltschaft München wirft ihm und anderen ehemaligen Managern unter anderem gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor, er weist seit seiner Verhaftung im Sommer 2020 alle Vorwürfe entschieden. Braun musste für die Vernehmung in den Bundestag kommen – gegen seinen Willen. Sein Auftritt zählt zu den skurrilsten Momenten des Untersuchungsausschusses. Zunächst verlas er ein dürres Statement: „Ich vertraue in die Unabhängigkeit und die Objektivität der Ermittlungsbehörden“, sagte Braun. Insbesondere darauf, dass die Staatsanwaltschaft „besonders den Verbleib der veruntreuten Unternehmensgelder“ aufklären wird. Das zeigt: Braun sieht sich weiterhin als Opfer. In der Fragerunde ließ er sich über Stunden hinweg nichts entlocken. „Ich verweise auf mein Statement“, sagte er immer wieder und betonte, dass er gegenüber der Staatsanwaltschaft aussagen wolle. Immerhin: Sein Geburtsdatum hat er den Parlamentariern verraten.

Oliver B., Wirecards langjähriger Dubai-Statthalter, ist eine der Schlüsselfiguren. In seinen Händen lag ein großer Teil des wichtigen Drittpartnergeschäfts, das zum Schluss mehr als die Hälfte des Umsatzes ausgemacht hatte. Weil Gelder aus diesem Geschäft in Höhe von fast zwei Milliarden Euro nicht da waren, flog der Skandal auf. B. ist nun der Kronzeuge der Münchner Staatsanwaltschaft: Weil er aussagte, wurden unter anderem Braun und der ehemalige Chefbuchhalter Stephan von Erffa verhaftet. Vor dem Ausschuss richtete B.  persönliche Worte an die Öffentlichkeit: Er wolle sich bei den geschädigten Anlegern entschuldigen, sagte er. Die Angelegenheit sei ein „Riesen-Desaster, das sich durch nichts beschönigen lasse. Ich werde mich meiner Verantwortung stellen.“ Zu weiteren Aussagen B.s vor dem Ausschuss ist es nicht mehr gekommen, da B. vor allem gegenüber der Staatsanwaltschaft aussagt.

Der große Wirecard-Liveblog zum Nachlesen: So berichteten die WiWo-Reporter aus dem Wirecard-Untersuchungsausschuss

Hier geht es zurück zum Wirecard-Zeitstrahl!

Mehr zum Thema: Bei dem mittlerweile insolventen Wirecard-Konzern wurde seit jeher getäuscht. Das zeigt das Buch „Die Wirecard-Story“ zweier WirtschaftsWoche-Reporter. Die Erfolgsgeschichte war zu schön, um wahr zu sein. Von Anfang an.

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