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Wirecard-Ausschuss am 23. April 2021 Warum Merkel von zu Guttenberg enttäuscht ist

Quelle: dpa Picture-Alliance

Ihr Ex-Minister habe seine Tätigkeit für Wirecard nicht transparent gemacht, sagt die Kanzlerin im Ausschuss. Sie verteidigt ihre Mitarbeiter gegen Kritik – vor allem ihren Wirtschaftsberater Röller.

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Thema des Tages:
Die Rolle der Kanzlerin und des Kanzleramts

Die Zeugin:
- Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Angela Merkel, Bundeskanzlerin, musste sich vor allem zum Lobbying im Kanzleramt äußern. Ihr ehemaliger Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte sich bei einem Treffen im Kanzleramt für Wirecard eingesetzt – daraufhin setzte sich die Kanzlerin bei ihrem Staatsbesuch in China für Wirecard ein. Gespräche mit ehemaligen Ministern seien für sie „eine Selbstverständlichkeit“, erklärte die Kanzlerin. Das Gespräch im September 2019 mit zu Guttenberg habe 45 Minuten gedauert, einen „inhaltlichen Anlass“ gab es nicht, „jedenfalls aus meiner Sicht nicht“. Zu Guttenberg habe auch nicht gesagt, dass er für Wirecard auftrete. Merkel über Guttenbergs Intention: „Er war ganz interessengeleitet da.“ Sie scheint im Nachhinein nicht begeistert zu sein: „Ich schätze das auch nicht sehr“, sagte sie. Der Kontakt zu „KT“ sei „mittlerweile erstorben“.

Hätte man den Skandal verhindern können? Es habe keinen Anlass für schwerwiegende Unregelmäßigkeiten gegeben, sagt Merkel. „Im Rückblick stellt sich die Sache sicher anders dar.“

Merkel verteidigte ihren Wirtschaftsberater Röller, dessen Ehefrau als Vermittlerin eines Kontakts zwischen einer chinesischen Firma und Wirecard in Erscheinung getreten war. „Ich vertraue meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, sagt Merkel. „Für Misstrauen habe ich keinerlei Anhaltspunkte. Ich vertraue denen voll.“ Alle hielten sich an die Complicance-Richtlinien. „Dazu gehört nicht, dass ich mich für die Berufstätigkeiten aller Ehepartnerinnen und -partner interessieren.“ Sie habe nicht den „geringsten Anlass“, ihr Vertrauen gegenüber Röller infrage zu stellen. 

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Mehr zum Thema: Bei dem mittlerweile insolventen Wirecard-Konzern wurde seit jeher getäuscht. Das zeigt das Buch „Die Wirecard-Story“ zweier WirtschaftsWoche-Reporter. Die Erfolgsgeschichte war zu schön, um wahr zu sein. Von Anfang an.

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