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Wirtschaft im Weitwinkel

Flüchtlinge können für positiven Wachstumseffekt sorgen

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Es muss zwischen Flüchtlingen und Einwanderern unterschieden werden

Eine andere Lehre aus den jüngsten Ereignissen ist, dass Deutschland nun auch endlich über ein praktikables Einwanderungsregelwerk nachdenken muss. Zusammen mit den Menschen, die aus humanitären Gründen ihre Heimat verlassen, sind auch viele Wirtschaftsflüchtlinge nach Deutschland gekommen, die keinen Anspruch auf Asyl haben.

Nach der aktuellen Gesetzeslage müssen diese wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Aber es ist legitim zu überlegen, ob man nicht denjenigen, die über hierzulande gefragte Fachkenntnisse verfügen und die sich entsprechend leicht in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft integrieren könnten, auch dauerhaft Aufenthaltsrecht gewähren sollte. Entsprechend hilfreich wäre es, auch in der aktuellen Lage klar zwischen Flüchtlingen und Einwanderung zu unterscheiden.

Was Flüchtlinge dürfen

Sicherlich ist ein Anhalten des Zustroms an Flüchtlingen auf dem jetzigen Niveau gesellschaftlich und politisch nicht auf Dauer zu verkraften. Je mehr die Grenzen dieser Entwicklung sichtbar werden, desto mehr dürfte die Politik wieder zu einer restriktiveren Einstellung tendieren, wie man bereits zuletzt wieder beobachten konnte.

Es ist auch zu befürchten, dass die beeindruckend positiven Reaktionen in der deutschen Bevölkerung sich nach und nach ändern. Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass der Strom der Flüchtlinge wahrscheinlich abebben, aber nicht gänzlich versiegen wird. Deutschland wird sich in den kommenden Jahren verändern.

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    Das ist eine erhebliche Herausforderung, aber auch eine große Chance. Es sollte grundsätzlich keinen Zweifel daran geben, dass unser Land dies bewältigen kann. Die deutsche Nachkriegsgeschichte ist gekennzeichnet von großen Migrationsbewegungen: der Zuzug von über 15 Millionen Deutschstämmigen (Spätheimkehrern und Umsiedlern) aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion oder die Ankunft von rund 14 Millionen „Gastarbeitern“ und Familienangehörigen. Heute leben in Deutschland rund 11 Millionen Menschen, die eingewandert sind, und rund 16 Millionen mit Migrationshintergrund.

    Die ökonomische Chance der Integration belegt auch eine Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2014. Demnach zahlten die im Jahr 2012 in Deutschland lebenden Ausländer pro Kopf 3300 Euro mehr Steuern und Sozialabgaben als sie selbst an staatlichen Leistungen erhielten. In Summe machte das allein in dem Jahr ein Plus von 22 Milliarden Euro.

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