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Wirtschaftsbeziehungen DIHK warnt vor Scheitern von Atomabkommen mit dem Iran

Der DIHK warnt vor einem Scheitern des Atomdeals mit dem Iran. Unter der unsicheren Situation leiden auch Unternehmen, so Präsident Treier.

DIHK-Präsident Volker Treier appelliert an die Bundesregierung, sich für die Aufrechterhaltung des Abkommens einzusetzen. Quelle: dpa

BerlinDer Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat vor einem Scheitern des Atomabkommens mit dem Iran gewarnt. Darunter würden nicht nur die Wirtschaftsbeziehungen leiden, sondern auch das Vertrauen der Unternehmen in internationales Recht insgesamt, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Die Bundesregierung sollte sich innerhalb der EU und gegenüber den USA für die Aufrechterhaltung des Atomabkommens einsetzen.“ Ebenso sollte sie für eine Verbesserung der Finanzierung des Iran-Geschäfts eintreten, damit dieses richtig ins Laufen komme.

Zwar sei der Handel zwischen Deutschland und Iran seit der Lockerung der Sanktionen im Jahr 2015 merklich angestiegen. Allerdings blieben die deutsch-iranischen Wirtschaftsbeziehungen hinter ihren Möglichkeiten zurück. Noch immer sei die Unternehmensfinanzierung ein schwieriges Unterfangen.

Die fünf UN-Vetomächte - USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien - sowie Deutschland hatten 2015 ein Abkommen mit dem Iran geschlossen. Danach soll die islamische Republik bis mindestens 2025 wesentliche Teile ihres Atomprogramms drastisch beschränken - mit dem Ziel, dass das Land keine Atomwaffen entwickeln kann. Im Gegenzug wurden die Sanktionen gegen Teheran gestoppt. Bis zum 12. Mai will US-Präsident Donald Trump darüber entscheiden, ob die Strafmaßnahmen ausgesetzt bleiben. Falls nicht, würde das Atomabkommen als Ganzes ins Wanken geraten.

Treier sagte mit Blick auf Trumps Entscheidung, schon jetzt treibe viele Unternehmen die Sorge um, durch Handel mit dem Iran ihr US-Geschäft zu riskieren. Gerade international tätige Banken mit US-Geschäft wären durch wiederaktivierte US-Sanktionen mit noch höheren Risiken konfrontiert und könnten sich gänzlich aus dem Iran-Geschäft zurückziehen - mit erheblichen Folgen für die deutschen Unternehmen, die dort finanziert werden.

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