Wirtschaftsexperte Fuest Mindestlohn kostete allein im Februar 136.000 Mini-Jobs

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, hat vor Jobverlusten durch den Mindestlohn gewarnt. Er befürchtet Nachteile für Rentner und Studenten.

Der Mindestlohn schlägt zu – aber nicht überall
8,50 Euro stehen als große Aufsteller vor dem Bundeskanzleramt Quelle: dpa
Jemand trägt einen Tannenbaum Quelle: dpa
Ein Mann steht auf einer Leiter, die an einen Stapel aus Baumstämmen angelehnt ist Quelle: AP
Eine Frau trägt ein Tablett mit verschiedenen Biersorten Quelle: dpa
Ein großes Glas Bier im Vordergrund im Hintergrund der Berliner Fernsehturm "Alex" Quelle: dpa
Lastwagen eines Umzugsunternehmens vor der neuen Zentrale der EZB Quelle: dpa
Eine Friseurin frisiert eine Kundin Quelle: dpa
Jemand zerlegt ein Fleischstück Quelle: dpa
Rostbratwurst Quelle: AP
Erntehelfer auf einem Kohlfeld Quelle: dpa
Ein Mann steckt eine Zeitung in einen Briefkasten Quelle: dpa
Menschen gehen eine Treppe zu einem Arbeitsamt hinauf Quelle: dpa
Ein Auszubildender im BMW-Motorradwerk Berlin Quelle: dpa
Eine Mauer und eine Maurerkelle Quelle: dpa

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, hat vor Jobverlusten durch den Mindestlohn gewarnt und hält den Optimismus von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) für verfrüht.

„Die Politik hat den Mindestlohn in einer äußerst günstigen Wirtschaftslage eingeführt. Das erklärt, warum der Mindestlohn bislang kaum Folgen auf die Beschäftigung zu haben scheint. Dass es bislang gar keine Anzeichen für Arbeitsplatzabbau durch den Mindestlohn gibt, ist nicht zutreffend“, schreibt der Ökonom in einem Gastbeitrag für die WirtschaftsWoche. So seien allein im Februar 136.000 Mini-Jobs verschwunden.

„Man muss davon ausgehen, dass viele Rentner und Studenten, die ihr Einkommen mit einem Minijob aufgebessert haben, die ersten Opfer des Mindestlohnes sind“, schreibt Fuest, der auch Mitglied der Mindestlohn-Kommission der Bundesregierung ist. Zugleich sorgt er sich um die strukturellen Folgen des Mindestlohns. „Die Ausweichreaktionen dürften zunehmen, etwa indem Betriebe die Zahl der unbezahlten Überstunden erhöhen.“ Bislang niedrig entlohnte Arbeitnehmer könnten zudem in die Selbstständigkeit abgedrängt werden. Sein Fazit: „Die Politik wird versuchen, solche Umgehungsstrategien zu bekämpfen – was dann zu noch mehr Bürokratie führt.“

Hier spüren Verbraucher den Mindestlohn

Clemens Fuest ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Zugleich ist er Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium der Finanzen. Er gilt als einer der forschungsstärksten Ökonomen im deutschsprachigen Raum.

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