Wohlstandsgefälle bleibt Deutsche Einheit verschlang zwei Billionen Euro

Die Deutsche Einheit hat die Bundesbürger bisher rund zwei Billionen Euro gekostet. Dennoch ist der Osten der Republik weiterhin ärmer als der Westen - und das wird sich laut Forschern auch nicht mehr ändern.

Die Gewinner und Verlierer des Aufbau Ost
Eine alte Frau verlaesst mit ihrem Hund ein Haus in Duisburg-Bruckhausen, Quelle: dapd
"Marietta-Bar-Areal" im Nordabschnitt des Breiten Weges in Magdeburg wird am Neubau für ein Geschäftshaus gearbeitet. Quelle: ZB
Die quer durch das Ruhrgebiet verlaufende Autobahn A40 ist in Essen kaum befahren. Quelle: dpa
Die Bundesstraße 95 zwischen Chemnitz und Leipzig Quelle: dpa/dpaweb
Ein Bauarbeiter schwingt den Hammer auf der Baustelle für die neue Schwimmhalle des SV Halle Quelle: dpa
Eine Frau geht am 18.02.2012 in Oberhausen an einer Kaufhof Filiale vorbei, die bald geschlossen wird und mit dem Räumungsverkauf wirbt Quelle: dpa
Das Bürogebäude in Mülheim an der Ruhr, in dem die Firma Globudent Quelle: dpa/dpaweb

Die deutsche Einheit hat nach einer Schätzung des Berliner Forschers Klaus Schröder bislang rund zwei Billionen Euro gekostet. 60 bis 65 Prozent dieses Geldes seien in den Sozialbereich geflossen, davon wiederum ein Großteil in die Rente, sagte der wissenschaftliche Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin der „Welt am Sonntag“. Eingerechnet in diese Zahl seien alle Finanztransfers in den Osten, die verschiedenen Wirtschaftsfördertöpfe, Solidarpark, Länderfinanzausgleich, EU-Fördermittel, Transfers über die Sozialsysteme abzüglich der selbst erzeugten Steuern und Sozialabgaben.

Die direkten und ausschließlichen Finanztransfers in den Osten seit 1991 beliefen sich laut Dresdner ifo-Institut auf rund 560 Milliarden Euro, schreibt das Blatt weiter. Darin enthalten seien Mittel aus dem Fonds Deutsche Einheit, der Treuhandanstalt, die Investitionszulage und die wachstumsorientierten Ausgaben des Bundes. Zwischen 1991 und 2013 seien jährlich zwischen 8 und 14,5 Milliarden Euro allein an wachstumsfördernden Maßnahmen in den Osten geflossen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Trotz der Hilfen gibt es dem Bericht zufolge auch 25 Jahre nach dem Fall der Mauer weiter einen Rückstand des Ostens im Vergleich zum Westen - und das auch in Zukunft. „Der Osten wird auf absehbare Zeit den Anschluss an den Westen nicht schaffen“, sagte Joachim Ragnitz vom Dresdner ifo-Institut in der „Welt am Sonntag“ voraus. „Wir werden uns in Zukunft mit größeren Wohlstandsunterschieden innerhalb Deutschlands abfinden müssen“, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Karl-Heinz Paqué aus Magdeburg.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%