WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Wort des Jahres 2016 Sprachexperten wählen "postfaktisch"

Jedes Jahr kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache das "Wort des Jahres". Es soll immer ein Wort sein, dass die öffentliche Diskussion in den vergangenen Monaten bestimmt hat. Dieses Jahr ist es "postfaktisch".

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Zum

Der Begriff „postfaktisch“ ist zum „Wort des Jahres“ 2016 gekürt worden. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache am Freitag in Wiesbaden bekannt. Alljährlich wird damit der Begriff gekürt, der nach Ansicht der Experten die öffentliche Diskussion in den vergangenen Monaten am meisten bestimmte. Der Begriff "postfaktisch" beschreibt die Vorherrschaft von Gefühlen und Ressentiments anstelle von Fakten in der öffentlichen Meinung. In seiner englischen Übersetzung „post-truth“ hat es die Vokabel schon zum „International Word of the Year“ gebracht.

Das Wort des Jahres 2014 - und die Nominierten
„ Lichtgrenze“ ist das Wort des Jahres 2014. Die Berliner Lichtinstallation zum 9. November erinnere an die Freude des Mauerfalls vor 25 Jahren, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihre Wahl. Die Sprachexperten in Wiesbaden wählen jeweils ein Wort, das in ihrer Sicht das ablaufende Jahr geprägt hat. Für 2014 wurde das Wort des Jahres aus mehr als 2300 Vorschlägen ausgewählt. Quelle: dpa
Auf Platz zwei ihrer Zehnerliste setzte die GfdS die „schwarze Null“. Der Begriff stehe "wie kein anderer für die Bemühungen der schwarz-roten Koalition um einen ausgeglichenen Haushalt", so die Begründung. 2015 will Deutschland erstmals seit 45 Jahren ohne neue Schulden auskommen. Quelle: AP
Auf Platz drei steht „ Götzseidank“ als Erinnerung an das WM-Siegtor von Mario Götze, das er in der 113. Minute gegen Argentinien schoss. Quelle: dpa
Das Wort " Russlandversteher" landet auf dem vierten Rang. Es entstand in der öffentlichen Debatte um die russische Übernahme der Krim und den ukrainischen Bürgerkrieg. Quelle: dpa
Die Wortneuschöpfung " bahnsinnig" entstand durch die Lokführerstreiks bei der Bahn und schaffte es auf Platz 5. Die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache wählte das Wort, weil sie es "als sprachlich kreativ und als charakteristisch für das Jahr einschätzte". Quelle: dpa
Auf Platz 6 wählte die Jury die " Willkommenskultur" für die Bereitschaft, notleidende Menschen aus anderen Ländern aufzunehmen. In der Asyldebatte wird eine solche Willkommenskultur immer wieder gefordert, weil sie noch nicht hinreichend verbreitet ist. Quelle: dpa
Das "Social Freezing", mit dem das Einfrieren von Eizellen gemeint ist, um Frauen erst die Karriere und später Kinder zu ermöglichen, wurde in diesem Jahr heftig debattiert. Der Begriff landete auf Rang 7. >> Pro Social Freezing: Ein guter Service>> Contra Social Freezing: Investiert in Arbeitsmodelle! Quelle: dpa

2016 gehörte nach Angaben der Gesellschaft der Begriff „Brexit“ zu den Favoriten, der den geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) bezeichnet. Außerdem standen unter anderem die "Gruselclowns“ zur Wahl, die vor allem rund um Halloween ahnungslose Mitbürger in Angst und Schrecken versetzten.

Rund 1300 Fundstellen in Medien und 700 externe Vorschlägen galt es zu bewerten, erklärte die GfdS. Entscheidend sei den Angaben zufolge nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz, Popularität und sprachliche Qualität. Die Jury wählt stets eine Rangliste der insgesamt zehn wichtigsten Wörter des Jahres aus.

2015 hatte sich die Jury für „Flüchtlinge“ entschieden. Die Berliner „Lichtgrenze“ zum Mauerfall-Jubiläum war das Top-Wort des Jahres 2014. Die Aktion der Gesellschaft läuft seit 1977 alljährlich. Eine andere Jury aus Sprachwissenschaftlern und Journalisten kürt zudem jedes Jahr ein „Unwort“. Am 10. Januar wird die Entscheidung für 2016 bekanntgegeben.

Die Wörter des Jahres

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%