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Wowereit-Nachfolger Michael Müller wird neuer Regierender von Berlin

Entgegen der meisten Erwartungen hat Berlin nach nur einer Runde im SPD-Mitgleidervotum einen neuen Regierenden Bürgermeister: Michael Müller folgt auf Klaus Wowereit.

Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) wird neuer Regierender Bürgermeister der Hauptstadt. Quelle: dpa

Nächster Regierungschef Berlins soll nach dem Willen der SPD-Basis der bisherige Stadtentwicklungssenator Michael Müller werden. Im Mitgliedervotum für die Nachfolge des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) erzielte der 49-Jährige am Samstag bereits im ersten Wahlgang mit 59,1 Prozent überraschend die absolute Mehrheit. „Dass es so einen großen Vertrauensbeweis gibt, freut mich wahnsinnig. Ich hoffe, dass wir gemeinsam als Berliner SPD dieses Votum der Mitglieder auch nutzen und die führende Kraft bleiben“, sagte Müller nach der Auszählung.

Sein Konkurrent, SPD-Chef Jan Stöß, kam auf 20,8 Prozent der Stimmen. SPD-Fraktionschef Raed Saleh als dritter Bewerber für das Amt erhielt 18,6 Prozent, wie die Leiterin der Zählkommission, Barbara Loth, sagte. Regierungschef Wowereit äußerte sich erfreut, dass mit Müller die Arbeit des rot-schwarzen Senats in „politischer Kontinuität, aber auch mit neuen Akzenten“ fortgesetzt werde.

Müller muss nun noch bei einem SPD-Parteitag am 8. November nominiert und dann im Dezember im Abgeordnetenhaus gewählt werden. Auch der Koalitionspartner CDU muss also zustimmen.

Insgesamt hatten sich 11.136 der rund 17.200 Mitglieder an der Befragung beteiligt, das entspricht 64,77 Prozent.

Kandidaten wollen künftig zusammenarbeiten

Alle drei Bewerber beim SPD-Votum betonten bei einem gemeinsamen Auftritt vor der Presse, dass sie die Rivalitäten nun hinter sich lassen wollten. „Dass es so einen großen Vertrauensbeweis gibt, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte Müller. Er hoffe, dass die SPD gemeinsam dieses Votum nun nutze für einen starken Auftritt. Er sei „ein bisschen reingegrätscht“ in die Kandidaturen der beiden Vorsitzenden von Partei und Fraktion. Manche Schärfe in der Auseinandersetzung sei dem innerparteilichen Wahlkampf geschuldet: „Konkurrenz heißt auch, Dinge auf den Punkt zu bringen.“

Wer wird Wowereits Nachfolger?

Vor allem Stöß hatte Müller mit einem eigens geschriebenen 100-Tage-Programm „Mut zur Erneuerung“ attackiert, während Müller Erfolge der SPD-Regierungsbeteiligung der vergangenen 13 Jahre in den Vordergrund stellte. Stöß sagte Müller nun Unterstützung zu: „Alle für einen, einer für alle. Dieser eine ist Michael Müller.“ Die SPD müsse in den nächsten Wochen alles daran setzen, die Abgeordnetenhauswahl 2016 in den Blick zu nehmen: „So kann das mit der SPD gut weitergehen.“ Saleh sagte: „Meine Solidarität gehört dem neuen Regierenden Bürgermeister.“

Müller steht Wowereit nahe

Wowereit will nach 13 Jahren im Amt zum 11. Dezember zurücktreten. Am selben Tag muss sein Nachfolger gewählt werden. Auch die Senatoren werden neu vereidigt. Mit Müller verbindet Wowereit eine lange politische Zusammenarbeit. Beide stehen sich auch menschlich nah. Dennoch hatte Wowereit keine offizielle Wahlempfehlung ausgesprochen.

Müller ist seit drei Jahren Stadtentwicklungssenator in Berlin und hat damit das größte Ressort im SPD/CDU-Senat inne. Zuvor war er zehn Jahre SPD-Fraktionschef und acht Jahre Parteivorsitzender gewesen.

Der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel gratulierte ihm zu diesem „überzeugenden Ergebnis“ und nannte ihn einen „hervorragenden Kandidaten“ für das Amt. „Michael Müller hat die Erfahrung, den Kompass und auch das Herz, unsere Hauptstadt gut zu regieren.“ Zugleich rief Gabriel die Berliner SPD zu Geschlossenheit nach dem innerparteilichen Wettbewerb um die Wowereit-Nachfolge auf.

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