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Zapfenstreich Vuvuzelas gegen Wulff

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Deutsche wollen Direktwahl

So wurde über den Wulff-Rücktritt gespottet
Die Reaktionen im Internet Quelle: Screenshot
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Zumindest vor dem Zapfenstreich, im Inneren des Schlosses, hatte es aber doch einen würdigen Abschied gegeben. Falls es Christian Wulff gelockt haben sollte, in seiner kurzen Rede zurückzuschlagen gegen die, die ihn seit Monaten mit Häme und Kritik überschütten, dann hat er der Versuchung widerstanden. Sogar ein Hauch von Humor war zu spüren, als der jüngste Ex-Bundespräsident der Republik den Dichter Wilhelm Busch zitierte - mit dem berühmten Satz: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.“ Eigentlich habe er sich so einen Abschied ja für 2015 vorgestellt, aber erstens... Enttäuscht wurden auch die, die ein Wort zum umstrittenen Ehrensold und zu den Pensionsansprüchen des 52-Jährigen erwartet hatten. Dazu schwieg sich Wulff in seiner kurzen Ansprache aus. Also auch kein Verzicht auf die 199.000 Euro im Jahr, die ihm viele nicht gönnen. Aber immerhin: „Ich gehe mit dem Gefühl der Neugier und der Vorfreude auf das, was kommt.“
Es waren nicht viele, die dem Bundespräsidenten a.D. in diesen Tagen Respekt erwiesen. Bundesratspräsident Horst Seehofer tat es am Donnerstagabend auf eine Weise, die Wulff gefallen haben dürfte. „Wichtig war Ihnen der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft - zwischen Arm und Reich, Alt und Jung, Behinderten und Nichtbehinderten, Ost und West, Einheimischen und Zugewanderten.“ Auch Kenan Kolat, der Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, freute sich, beim Zapfenstreich dabei zu sein. Und er würdigte Wulffs Eintreten für Integration und religiöse Toleranz.

Deutsche wollen ihren Präsident selbst wählen

Fast 80 Prozent der Deutschen wünschen sich eine Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa hervor. Auf die Frage, ob das Staatsoberhaupt wie in Österreich direkt vom Volk gewählt werden soll, antworteten 47 Prozent, sie seien „voll und ganz dafür“. „Eher dafür“ sind noch einmal 31 Prozent, „eher dagegen“ 12 Prozent. „Voll und ganz dagegen“ sind nur 4 Prozent. Der Rest hat keine Meinung. 73 Prozent der Befragten meinen, für Wulff werde es keine Rückkehr in ein politisches Amt geben. Nur 15 Prozent halten ein Comeback für möglich. 44 Prozent sehen das Amt des Bundespräsidenten durch die Affäre Wulff dauerhaft beschädigt, 47 Prozent glauben nicht an bleibenden Schaden.

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