Zeitungsbericht Steinbrück-Erpresser ist Ex-Postvorstand

Der Verfasser des Drohbriefs an SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück soll nach einem Zeitungsbericht ein früherer Manager aus dem Vorstand der Post sein. Steinbrück will das nicht kommentieren.

Der Verfasser des Drohbriefs an Peer Steinbrück soll ein ehemaliges Mitglied des Post-Vorstandes sein. Quelle: REUTERS

Bei dem Erpresser von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück handelt es sich nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ um ein früheres Vorstandsmitglied der Deutschen Post. Der Manager will den Drohbrief vor allem aus Empörung über Äußerungen Steinbrücks über die Ausbeutung von Geringverdienern geschrieben haben. Das habe der Mann bei der Bonner Staatsanwaltschaft erklärt, berichtet die Zeitung in ihrer Samstag-Ausgabe. In dem Brief war Steinbrück mit Enthüllungen über eine angeblich schwarz beschäftigte Putzfrau gedroht worden.

Die Bonner Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. „Dazu gebe ich keinen Kommentar ab“, sagte Behördensprecher Fred Apostel am Samstag auf dpa-Anfrage. Steinbrück sagte am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Aachen: „Das liegt bei der Staatsanwaltschaft und ich habe nicht die Absicht, in laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft etwas zu kommentieren.“

Der Verfasser des an Steinbrücks Ehefrau Gertrud adressierten Briefs hatte sich am vergangenen Montag bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Seine Angaben würden derzeit in „tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht“ geprüft, sagte Apostel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Nötigung. Die Ermittlungen dauerten wohl noch einige Wochen, sagte Apostel.

Der Erpresser warf Steinbrück und seiner Frau in einem Brief vor, vor 14 Jahren eine Putzfrau illegal beschäftigt zu haben. Er drohte damit, dies öffentlich zu machen, falls Steinbrück nicht auf seine Kandidatur verzichte. Steinbrück bestritt die anonymen Anschuldigungen. Er machte den Erpressungsversuch selbst publik und stellte Anzeige gegen Unbekannt.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Bei der Staatsanwaltschaft gab der Verfasser des Drohbriefes an, das Schreiben versehentlich abgeschickt zu haben. Er habe den Brief aus einer momentanen Verärgerung geschrieben, aber zunächst nicht eingeworfen. Aus Versehen sei das Schreiben dann mit weiteren Briefen doch in die Post geraten.

Nach dem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ arbeitet die Putzfrau, die das Ehepaar Steinbrück seinerzeit vorübergehend beschäftigt hatte, heute als Haushaltshilfe für den Erpresser.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%