Zuwanderung Zahl der Ausländer steigt deutlich an

Die Zahl der Ausländer in Deutschland hat ein neues Rekordhoch erreicht. Überraschend: Die meisten Neuankömmlinge stammen nicht aus Syrien oder den Krisenherden in Nordafrika.

Der afrikanische Flüchtling Habib B. unterhält sich mit einer Helferin. Er hat in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Quelle: dpa

Deutschland wird für Zuwanderer immer attraktiver: Im Ausländerzentralregister (AZR) waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zum Jahresende 2012 mehr als 7,2 Millionen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit registriert. Das ist ein Plus von 4,1 Prozent und damit der höchste Anstieg seit 23 Jahren.

Grund für die erhöhte Anzahl an Ausländern in Deutschland ist die vermehrte Zuwanderung und ein Geburtenüberschuss. 2012 kamen 394.000 Ausländer nach Deutschland, 2800 Kinder von Menschen mit ausländischem Pass wurden geboren. Dem gegenüber stehen lediglich 114.900 Personen, die entweder aus Deutschland weggezogen, oder verstorben sind.    

80 Prozent der neu registrierten Ausländer stammen aus den Mitgliedsstaaten der EU. Besonders viele Person kommen aus den acht mittel- und osteuropäischen Ländern, denen seit dem 1. Mai 2011 die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährt ist. Nur 20 Prozent der im AZR registrierten Ausländer kommen aus Nicht-EU-Staaten. Dazu zählen Syrien, China, Indien oder die russische Föderation.

Ausländer in Deutschland

Viele der Ausländer ziehen in bestimmte Regionen in Deutschland. Berlin und der Osten von Deutschland ist bei Ausländern mit türkischer Staatsangehörigkeit beliebt. Zuwanderer aus Polen, der Russischen Föderation, Vietnam und der Ukraine lassen sich häufig in den Neuen Ländern ohne Berlin nieder. Insgesamt war der Anstieg in diesem Gebiet am höchsten.

Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Zahlen des Ausländerzentralregisters und des Zensus. Am 9. Mai 2011 zählen die statistischen Ämter des Bundes, wie viele Einwohner Deutschland hat. Das AZR kam an diesem Tag auf rund 6,65 Millionen Ausländer, die statistischen Bundeämter kamen auf eine Zahl, die etwa 500.000 Personen darunter lag.

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