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Großinvestor DWS "Europa verlässt die Intensivstation"

Die Eurozone hat nach Einschätzung der Fondsgesellschaft DWS in der Schuldenkrise das Schlimmste überstanden. Die Entschlossenheit der EZB, Staatsanleihen von Schuldenstaaten zu kaufen, sei ein Grund dafür.

Die zehn größten Euro-Lügen
Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet Quelle: dpa
Wolfgang Schäuble Quelle: dpa
Giorgios Papandreou Quelle: dpa
Wolfgang Schäuble Quelle: dapd
Chef der Eurogruppe Jean-Claude Juncker Quelle: dapd
Angela Merkel mit Draghi Quelle: dapd
Mariano Rajoy Quelle: REUTERS

Die Eurozone hat die Talsohle der Schuldenkrise durchschritten, so die Einschätzung der Fondsgesellschaft DWS. "Europa verlässt die Intensivstation", sagte der Geschäftsführer der Deutsche-Bank-Tochter, Asoka Wöhrmann, am Dienstag in Frankfurt. Die Entschlossenheit der Europäischen Zentralbank (EZB) um ihren Präsidenten Mario Draghi, im Notfall unbegrenzt Staatsanleihen der Schuldenstaaten zu kaufen, habe dazu maßgeblich beigetragen. "Draghi ist für mich der Mann des Jahres."

Nach Wöhrmanns Einschätzung ist die Krise zwar nicht vorbei, sie dürfte auch 2013 zu einer hohen Volatilität an den Märkten führen. Doch die Krisenländer am Rande der Euro-Zone hätten die richtigen Reformen eingeleitet. "Die positiven Ergebnisse werden sich in den nächsten zwei bis drei Jahren zeigen", sagte Wöhrmann, der zugleich das Fondsmanagement des Konzerns weltweit leitet. Die DWS, eine der größten Fondsgesellschaften in Deutschland, äußert sich damit ähnlich positiv wie zuletzt der Rivale Allianz Global Investors.

"Nichtstun kostet Geld"

Im Niedrigzinsumfeld stehen die Vermögensverwalter aber unter großem Druck, ihren Kunden die versprochenen Renditen abzuliefern. Wer derzeit in die sicheren Bundesanleihen investiert, verliert real sogar Geld. "Das Thema Finanzrepression wird uns lange begleiten", stellte Wöhrmann fest. "Wer sein Vermögen vermehren will, der muss heute bei Nullzinsen ein Risiko eingehen. Nichtstun kostet Geld."

Die DWS greift deshalb wieder verstärkt zu Staatsanleihen der Euro-Peripherieländer Irland, Portugal, Spanien und Italien mit Laufzeiten bis zu fünf Jahren sowie zu Pfandbriefen (Covered Bonds), wie der oberste Anleihe-Experte Stefan Kreuzkamp erläuterte. Die politische Unsicherheit in Italien nach der Kapitulation der reformorientierten Monti-Regierung bremst ihn dabei nicht. "Wir nutzen im Moment jede Möglichkeit, italienische Anleihen zu kaufen." Kreuzkamp wagt sich sogar wieder an Anleihen von Banken aus Südeuropa, um die Investoren vor einem Jahr wegen der großen Unsicherheit über die Zukunft des Euro noch einen großen Bogen gemacht hatten.

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Gleiches gilt für die geprügelten Aktien der großen europäischen Geldhäuser, wie der oberste Aktienstratege Henning Gebhardt erklärte. "Der Bankensektor zeigt erste Anzeichen einer Erholung. Da sind nächstes Jahr durchaus Dividendenüberraschungen möglich." Generell bevorzugt Gebhardt Papiere von globalen Weltmarktführern etwa aus der Industrie. Beim deutschen Leitindex Dax erwartet er Ende 2013 einen Stand von 8000 Punkten. "Das ist durchaus konservativ."

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