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179 Milliarden Euro Faule Kredite in Spanien auf Rekordniveau

Der Umfang der faulen Kredite in Spanien steigt kontinuierlich an. Im August lag das Volumen schon um 51 Milliarden Euro höher als im vergangenen Jahr. Damit wurde erstmals die Zehn-Prozent-Marke des Anteils der nicht bedienten Kredite am Gesamtkreditvolumen geknackt.

Italiens größte Steuer-Eskapaden
Busfahrer in PalermoDie Hauptstadt der Autonomen Region Sizilien plante 2011 eine Serviceoffensive. 110 neue Busfahrer wurden eingestellt. Das Problem: Nicht einer von ihnen hatte einen Busführerschein. Die Stadt sprang ein und spendierte die Ausbildung. Als die Fahrer bereit waren, stellte die Stadt fest, dass es weder genug Busse, noch genug Busrouten für die ganzen Fahrer gab. Die Hälfte der neuen Angestellten sitzt nun in der Verwaltung. Einen Führerschein brauchen sie da nicht. Quelle: AP
Milch von PhantomkühenIn Italien wurde über Jahre die Milch von 300.000 Kühen verkauft, obwohl sie uralt – oder längst tot sind. In der Regel werden Kühe aussortiert und geschlachtet, wenn sie etwa acht Jahre alt sind. Sie geben dann kaum noch Milch, und viel älter würden sie ohnehin nicht. Anders in Italien. Dort stehen nach offiziellen Angaben etwa 300.000 Kühe in den Ställen und werden gemolken, berichtete der „Spiegel“. Manche müssten demnach auch mit 83 Jahren noch Milch wie zu ihren besten Zeiten produzieren. Klarer Fall von Betrug. 1,2 Milliarden Liter Milch kamen zusammen, von denen bislang niemand weiß, woher sie stammen. Den Schaden hat der Steuerzahler: Weil die nach Brüssel gemeldeten Milchmengen von italienischen Kühen regelmäßig die dem Land zugeteilte Gesamtquote überschritten, musste Rom deftige Strafen zahlen. Über die Jahre summierten sich diese angeblich auf rund vier Milliarden Euro. Quelle: dpa
Brücke nach SizilienTrotz aller Haushaltsprobleme fehlt es der Politik nicht an Visionen. Silvio Berlusconi setzt sich seit 2005 für den Bau einer Brücke über die Straße von Messina ein. Kostenpunkt: 3,9 Milliarden Euro. Mehrere regionale Politiker, aber auch die Regierung Romano Prodis, stuften das Projekt als unsinnig und umweltschädigend ein und ließen es ruhen. Berlusconi, der 2008 wieder ins Amt stürmte, nahm zurück an der Macht das Projekt wieder auf. Der Kostenplan sah inzwischen Investitionen von fast 8,5 Milliarden Euro vor. Das war Nachfolger Mario Monti zu viel. Er wollte auf den Brückenbau verzichten, fasste aber keinen Beschluss zum Baustopp, weil ansonsten eine Konventionalstrafe in Höhe von 300 Millionen Euro fällig geworden wäre. Nun soll ein chinesischer Investor das Projekt weiterführen. Quelle: dpa
Autobahn A3400 Millionen Euro an EU-Fördergelder flossen bereits in den Ausbau und die Verbesserung der Autobahn 3 in Süditalien, von Neapel nach Reggio Calabria. Wofür das Geld verwendet wurde, weiß keiner. Fest steht nur: Die Autobahn befindet sich in einem desolaten Zustand. Schlaglöcher, fehlende Fahrbahnmarkierungen und unbeleuchtete Tunnel: zeitweise durfte auf einigen Abschnitten nur mit maximal 40 Stundenkilometer über die Autobahn gefahren werden. Quelle: AP
Kirchenimmobilie in Italien Quelle: dpa
Rote Ferraris in einer Reihe Quelle: rtr
Satellitenaufnahme vom Oktoberfest Quelle: dpa

Die „faulen Kredite“ in den Bilanzen der spanischen Banken haben ein neues Rekordniveau erreicht. Das Volumen lag im August bei knapp 179 Milliarden Euro.

Das sind 51 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor, wie die Madrider Zentralbank am Donnerstag berichtete. Der Anteil der nicht bedienten Kredite am Gesamtkreditvolumen stieg auf 10,5 Prozent und überschritt damit erstmals die Zehn-Prozent-Marke.

Nach Angaben der Zentralbank erhöhte sich die Säumnisrate um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat und um 3,4 Punkte seit August des Vorjahres.

Die düstere IWF-Einschätzung Spaniens

Der Umfang der „faulen Kredite“ steigt seit mehr als einem Jahr kontinuierlich an. Die bedrohliche Entwicklung wird vor allem auf die hohe Arbeitslosigkeit zurückgeführt, die dazu führt, dass immer mehr Spanier ihre Kredite nicht zurückzahlen können. Als säumige Kredite zählen Darlehen, die drei Monate in Folge nicht bedient wurden.

Erfolgreiche Anleihenauktion

Mit dem Verkauf von Anleihen im Gesamtvolumen von 4,51 Milliarden Euro ist Spanien am Donnerstag bei den Rentenanlegern gut angekommen. Die Renditen der zehnjährigen spanischen Staatspapiere sanken auf 5,43 von 5,50 Prozent nach. "Alles in allem war das sehr gut", sagte Marc Ostwald, Stratege bei Monument Securities in London.

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"Die Nachfrage war solide." Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass die Spekulationen auf ein neues Anleihekaufprogramm der EZB eine entscheidende Rolle spielten.

An den Märkten wird seit Wochen spekuliert, dass Spanien mit einem Hilfsantrag an den europäischen Rettungsfonds ESM den Weg für die EZB freimachen wird, ihr neues Anleihekaufprogramm OMT aufzunehmen. Insofern zeige die Auktion nicht, wie die Anleger wirklich die Lage in Spanien einschätzten, fügte Ostwald hinzu.

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